Sonst gab es immer ein Puzzle. Weil dieses manchmal auseinander gefallen sei, habe man neu eine Urkunde für den Anerkennungspreis der «Starken Region» gewählt, berichtete die langjährige Präsidentin Elisabeth Schneider-Schneiter am Mittwochabend im Rahmen der Preisverleihung im Foyer des Erweiterungsbaus des Kunstmuseums Basel vor 180 Gästen.

Geehrt wurden die Architekten Christ & Gantenbein. Da ergab sich der Ort von selbst, stammt doch der Bau vom Basler Architekturbüro. Aber sie sind beileibe nicht nur in ihrer Heimatstadt tätig. «Sie tragen Basel mit ihrer Architektur in die Welt hinaus», sagte Schneider-Schneiter.

Die Laudatio übernahm Dorothee Huber, bis vor kurzem Dozentin für Architekturgeschichte am Institut Architektur FHNW, Kunsthistorikerin und Autorin. «Die jungen Architekten hatten Glück. Gleich nach dem Studium konnten Emanuel Christ und Christoph Gantenbein vor rund 20 Jahren ihr eigenes Büro eröffnen und mit ersten Bauten auf sich aufmerksam machen», begann sie ihre Ausführungen.

Als öffentlichen Bau nannte sie das «Blätterdach» über dem Pausenplatz einer Primarschule in Muttenz. Dünne Stützen «kreuz und quer angeordnet wie die Stäbchen eines Baukastens, und darauf ruht die Betondecke mit ihren grossen Öffnungen, die für ein lebhaftes Licht- und Schattenspiel auf dem Boden sorgen.» Wenn das nicht Architektur für Kinder sei.

Geschäftshaus Uno in Liestal

Das Wohnwerk an der Missionsstrasse in Basel ginge auf die besonderen Bedürfnisse von Behinderten ein und der Birskopfsteg mache «die Überwindung der Kantonsgrenze für einmal zu einem beschwingten Erlebnis», fuhr Huber fort, um danach auf das Geschäftshaus Uno in Liestal zu kommen. Die Umgestaltung des Bahnhofsgebiets habe damit einen herausfordernden Anstoss erfahren.

Neben der Erweiterung des Landesmuseums in Zürich würdige Huber vor allem den Erweiterungsbau des Kunstmuseums. «Was bietet das Haus?», fragte sie und lobte. «Es setzt an eine heikle Stelle zwischen einer neuen breiten und einer alten schmalen Strasse einen kräftigen Baukörper, der massstäblich vermittelt – dank seiner ausgewogenen Proportionen, dank der eingezogenen Ecke, dank seiner diffusen Oberfläche.»

Architektur sei kein Egotrip

Christ & Gantenbein fühlten sich von den architekturtheoretischen Ausführungen Hubers «zutiefst verstanden», sagte Emanuel Christ in seiner Dankesrede. «Für die Einordnung in die Architekturgeschichte ist es noch ein bisschen früh», betonte er und definierte Architektur nicht als «Egotrip», sondern als «Dienst an der Gemeinschaft».

Ganz ähnlich hatte sich schon vorher Elisabeth Schneider-Schneiter geäussert.«Christ & Gantenbein arbeiten an der Stadt weiter, aber nicht an ihrer Selbstverwirklichung.» Für Schneider-Schneiter war es nach fünf Jahren als Präsidentin der «Starken Region» der letzte offizielle Auftritt. Da sie zur Präsidentin der Handelskammer beider Basel gewählt worden war und sich auf dieses zeitintensive Amt konzentrieren will, gab sie das Präsidium der «Starken Region» weiter.

Als neuer Präsident wurde auf der Generalversammlung einstimmig Reto Wolf gewählt, Gemeindepräsident von Therwil.