Die Institution, liebevoll Stebi genannt und im ehemaligen Debrunnerhaus neben dem Baslertor untergebracht, ist von Laufen nicht mehr wegzudenken. Es ist eine einmalige Erfolgsgeschichte.

Am Anfang der Stebi stand ein Geschenk der Emil-und-Rosa-Richterich-Beck-Stiftung. Zum 50-Jahr-Jubiläum der Ricola im Jahre 1981 schenkte die Stiftung der Stadt Laufen 100'000 Franken, verbunden mit der Auflage, eine Bibliothek zu schaffen. Die Behörden machten sich auf die Suche nach einem Standort und an die Planung einer Stedtlibibliothek. Im Debrunnerhaus wurde die Bibliothek schliesslich eingerichtet und am 27. Oktober 1984 eingeweiht. Schon bald erfreute sie sich grossen Zuspruchs von Lesern jeden Alters aus der ganzen Region.

Jede Minute ein Buch ausgeliehen

In den letzten 30 Jahren haben die fachkundigen Bibliothekarinnen Zehntausende von Büchern (und anderen Medien) an Tausende Leseratten ausgeliehen. Während des Jahres ist die Stebi an 700 Stunden geöffnet. Bei rund 65'000 Ausleihungen pro Jahr bedeutet dies: Jede Minute wurde eine Ausleihe getätigt.

Ausgeliehen werden natürlich nach wie vor insbesondere Bücher. Aber auch andere Medien stossen auf reges Interesse, etwa: Zeitschriften Hörbücher, Landkarten, DVDs, CD-Roms. Die Stebi finanziert sich aus mehreren Quellen. Zum einen sind es die Beiträge der Laufentaler Gemeinden, die jährliche Beiträge leisten. Ein weiteres Standbein sind die Mitgliederbeiträge der 2000 Abonnenten.

Mit diversen Aktivitäten feiern die Bibliotheksverantwortlichen dieses Jahr das Jubiläum. Dazu gehört auch der Tag der offenen Tür, der am Samstag durchgeführt wird. Am 25. Oktober findet das eigentliche Jubiläumsfest statt.

Inzwischen platzt die Stebi mit ihren 180 Quadratmetern aus allen Nähten. Deshalb hat der Vorstand – gemeinsam mit dem Stadtrat – sich nach einem neuen Standort umgesehen. «Als neue Stebi eignet sich die alte Amthausscheune ideal», zeigt sich Stadtrat Patrik Stähli überzeugt.

Bei dem Bauvorhaben sollen die Holzfassade und das rund 200-jährige Dachgebälk unverändert bleiben, während in das Innere die Stebi integriert wird. Im Erdgeschoss sind der Empfang sowie ein Aufenthaltsraum (für Präsentationen, Lesungen und andere Anlässe) geplant. In den beiden Obergeschossen werden sich die Bücherregale und Leseecken befinden. Ebenso in diesen Um- und Ausbau integriert werden sollen eine Vinothek und eine Maisonette-Wohnung. Was die Bedürfnisse der Stebi angeht, so sollen für sie künftig 400 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Die Stebi kommt für die sie betreffenden Investitionen von 250'000 bis 300'000 Franken selber auf, betont Martin Tschan, Präsident des Vereins Stedtlibibliothek. So habe man dank Spenden und Legaten schon mehrere 10'000 Franken erhalten. Auch habe der Kanton einen Beitrag von 30 bis 50 Prozent der Baukosten aus dem Lotteriefonds zugesagt.

Bevor die Stebi aber in ihre neuen Räumlichkeiten einziehen kann, muss die Gemeindeversammlung dem Umbau der Amthausscheune zustimmen. Voraussichtlich noch in diesem Jahr kommt das Geschäft vor die Gmeini. Wenn alles rund läuft, wird die Stebi voraussichtlich im Herbst 2016 an ihrem neuen Standort für ihre Benutzer da sein.

Tag der offenen Tür: Stedtlibibliothek Laufen. Samstag, 26. April, 10 – 13 Uhr. Apéro und Bücherflohmarkt.