Online-Steuerrechner, wie ihn Vergleichsdienste wie Comparis anbieten, sind praktisch. In minutenschnelle hat man die Steuerbelastung von Schweizer Kantonen und Gemeinden miteinander verglichen. Das Problem: Die Zahlen sind irreführend. Zumindest für Basel-Stadt.

Die Comparis-Werte würden nicht der effektiven Steuerbelastung entsprechen, sagt Christian Mathez, stellvertretender Leiter der Basler Steuerverwaltung - und er hat Recht. Das Problem: Comparis rechnet auf der Basis des steuerbaren Einkommens. In Basel-Stadt bleiben so jedoch erhebliche Abzüge und Freibeträge unberücksichtigt. Das heisst, dass die Basler Beispielzahler in eine zu hohe Steuerklasse rutschen, was den Vergleich verfälscht - so scheint Basel, zu unrecht, als Steuerhölle. 

Die Verfälschung kann umgangen werden, wenn das Brutto-Einkommen als Ausgangslage für die Berechnungen verwendet wird. So macht es die Eidgenössische Steuerverwaltung bei ihrem Steuerrechner.

Basel-Stadt wehrt sich

Die bz hat vier Muster-Profile durchrechnen lassen und jeweils die höchste und tiefste Steuerbelastung in den beiden Basel verglichen. Zwar ist mit dem Steuerrechner des Bundes die Berechnung für Pensionäre nicht möglich, ebenso wenig kann das Vermögen berücksichtigt werden (welches bei den Beispielen jedoch nicht ins Gewicht fällt). Insgesamt bestätigt sich, was Steuerexperte Kurt Schmidheiny von der Uni Basel im bz-Interview vom 29. Dezember erläutert hat: Basel-Stadt hat bei der Steuerbelastung mächtig Boden gut gemacht – Baselland sogar überholt, bei den sehr gut Verdienenden zumindest.

Man habe bei Comparis bereits mehrfach interveniert, sagt Christian Mathez, man werde dies nun erneut tun. Comparis teilt mit, dass der Comparis-Steuerrechner von der Firma Data House AG entwickelt worden sei. Auch andere Finanzplattformen wie etwa K-Tipp würden diesen Rechner verwenden. Man habe jedoch Data House auf das Problem aufmerksam gemacht.