Eben hat der Bundesrat die Departemente neu verteilt. Die Ausgangslage war kompliziert, das Machtgerangel gross. Blicken wir nach der grossen Rochade im Bundeshaus ins Baselbiet und wagen ein Gedankenspiel: Wie wird die Kantonsregierung künftig personell besetzt sein und in wessen Händen sind dann die fünf Direktionen? Im Landkanton ist die Ausgangslage relativ einfach. Im Zentrum der Wahlen vom 31. März 2019 steht die Frage, wer künftig die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) leitet.

Die BUD der abtretenden Langzeit-Magistratin Sabine Pegoraro (FDP) ist aktuell die Direktion mit dem grössten Aufregerpotenzial. Alle Abstimmungsniederlagen, welche die bürgerlich dominierte Regierung in dieser Legislatur kassiert hat, betrafen BUD-Geschäfte: Verkehrsplanung Elba, geplante Stilllegung des Läufelfingerli und Einführung der Energieabgabe.

Daraus liesse sich die Forderung nach einem Richtungswechsel in der BUD ableiten. Doch dazu wird es kaum kommen. Verlaufen die Wahlen in geordneten Bahnen, und danach siehts aus, so werden die vier Bisherigen Anton Lauber (CVP), Monica Gschwind (FDP), Thomas Weber (SVP) und Isaac Reber (Grüne) gewählt; zudem entweder Thomas de Courten (SVP) oder Kathrin Schweizer (SP).

Immer wieder mit einem Wechsel in die BUD in Verbindung gebracht wird Sicherheitsdirektor Isaac Reber. Der studierte Geograf und Raumplaner hätte das nötige Rüstzeug. Reber wird von seinen Parteifreunden regelrecht bekniet, nach einer Wiederwahl die BUD zu übernehmen. Reber selbst äusserte diesen Wunsch öffentlich allerdings nie mehr, seit er 2011 als Baudirektor verhindert worden war. Es gebe ein Leben nach dem Regierungsrat, sagte der 57-Jährige zuletzt verschiedentlich.

Sehr wahrscheinlich, dass Reber nach einer Wiederwahl 2019 seine letzte Legislatur in Angriff nehmen wird. Ob er dazu ausgerechnet in die BUD wechseln will, wo kaum schnelle Resultate erzielt werden können und die Gefahr gross ist, dass er sich mit den bürgerlichen Regierungskollegen und Amtsleitern aufreibt? Prognose: Reber bleibt Vorsteher der Sicherheitsdirektion, wo es ihm pudelwohl ist.

Doch wer besetzt dann die BUD ab Sommer 2019? Bei einer Wahl von SVP-Kandidat de Courten ist die Antwort simpel. Die BUD würde ihn reizen, sagt de Courten. Der in Bern bestens vernetzte Nationalrat sei der richtige Mann, um im Baselbiet grosse Infrastrukturvorhaben voranzutreiben, sagt SVP-Chef Oskar Kämpfer. Das ist eine Ansage. An der gemeinsamen Medienkonferenz signalisierten die bürgerlichen Bisherigen im Fall einer Wahl de Courtens, ihre Direktion behalten zu wollen.

Dies wird indes kaum gelten, wenn am 31. März SP-Kandidatin Kathrin Schweizer gewählt wird. Dann stünden sie unter Druck, die prononciert rot-grün politisierende Velofahrerin als Baudirektorin zu verhindern. Kaum von ihrer Direktion wegzulocken ist Bildungsdirektorin Monica Gschwind; sie will in den kommenden Jahren aufgegleiste Projekte weiter vorantreiben. Wenig wahrscheinlich ist auch ein Wechsel Laubers. Als Kassenwart befindet er sich an der zentralen Schaltstelle. Diese wird der inoffizielle Leader des Fünfergremiums nicht ohne Weiteres aufgeben.

Etwas anders ist die Situation bei Thomas Weber. Wie Reber verfügt der Ingenieur und frühere Kadermann im Bundesamt für Strassen über den nötigen Rucksack für die BUD. Ihn könnte 2019 nach sechs Regierungsjahren Neues reizen. Am 10. Februar wird in beiden Basel über das wichtigste Projekt Webers abgestimmt: die Fusion von Kantonsspital Baselland und Unispital Basel. Sagt das Volk Ja, kann sich Weber gestärkt neuen Aufgaben widmen. Bei einem Nein könnte man ihm niemand verübeln, überliesse er das «Wie weiter?» im Spitalwesen einer Nachfolgerin. Diese hiesse wohl Kathrin Schweizer.

Die Biologin, die im Basler Baudepartement tätig ist, hat nur vage Interesse an der BUD signalisiert. Schweizer hat sich im Landrat in Finanz- und Wirtschaftsthemen einen Namen gemacht, im Muttenzer Gemeinderat bekleidet sie das Ressort Soziales und Gesundheit. Dass sie nach einer Wahl in der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion landet, ist in fast allen Szenarien (Nicht-Wahl von Weber, de Courten oder Gschwind) wahrscheinlich.

Vieles spricht derzeit dafür, dass die BUD künftig von einem Vertreter der SVP, der wählerstärksten Partei im Baselbiet, geleitet wird. Das entspräche dem Machtanspruch der bürgerlichen Mehrheit. Ob eine Bau-, Verkehrs- und Energiepolitik aus SVP-Hand auch von einer Mehrheit des Volks getragen wird, steht freilich auf einem anderen Blatt geschrieben.