Noch vor dem Nominationsparteitag am 23. August ist bei der Baselbieter SVP ein Personalentscheid gefallen: Thomas de Courten wird gemeinsam mit Thomas Weber das Zweierticket für die Regierungswahlen Ende März 2019 bilden. Nach dem am Mittwochnachmittag bekannt gegebenen Verzicht von Fraktionschef Dominik Straumann steht ausser Frage, dass die SVP-Parteibasis den Nationalrat aus Rünenberg und den amtierenden Volkswirtschaftsdirektor aus Buus offiziell als Doppelkandidatur ins Rennen schickt.

Regierungsrat Weber war als Bisheriger ohnehin für den einen Listenplatz gesetzt. Ausser de Courten und Straumann reichte sonst niemand Bewerbungsunterlagen für eine Regierungskandidatur ein, wie SVP-Präsident Oskar Kämpfer auf Anfrage der bz bestätigt. «Ich habe Verständnis für Straumanns Entscheid und hätte unter seinen Voraussetzungen wohl gleich entschieden, obschon ich einen demokratischen Entscheid zwischen ihm und de Courten um den zweiten Listenplatz bevorzugt hätte», kommentiert Kämpfer Straumanns Verzichtentscheid.

Heikle Doppelrolle vermieden

In einer Mitteilung «in eigener Sache» begründet Straumann seinen Rückzug von der Regierungskandidatur damit, sich «schwergewichtig» auf seine Aufgaben als Wahlkampfleiter für die kantonalen Wahlen 2019 konzentrieren zu wollen. Es sei ihm wichtig, dass die SVP dort ein gutes Resultat erzielt. «Diese Zielsetzung steht für mich jetzt im Vordergrund», betont Straumann.

Am Telefon führt der 42-jährige Muttenzer zudem aus, dass die Doppelrolle als Regierungskandidat und Landrats-Wahlkampfleiter öffentlich hätte Anstoss erregen können. Dies habe er nicht riskieren wollen. Parteiinterner Druck sei hingegen nicht ausgeübt worden; auch glaube er fest an de Courtens Wahlchance.

«Ich habe alles Interesse daran, dass Thomas in die Regierung gewählt wird», führt Straumann aus. In diesem Falle wird er sich «mit Bestimmtheit» im Herbst 2019 um de Courtens Sitz im Nationalrat bewerben. Dies böte Straumann die Chance für die Fortführung seiner politischen Karriere, denn zur Wiederwahl in den Landrat kann der selbstständige Unternehmer und Stützpunktfeuerwehrkommandant wegen der Amtszeitbeschränkung im kommenden Frühjahr nicht mehr antreten.