Eigentlich war das Geschäft ganz simpel: Für maximal 135'000 Franken soll nach jahrelanger Diskussion ein Ingenieurbüro damit beauftragt werden, ein konkretes Projekt für eine neue Fröschmatt-Unterführung unter der Bahnlinie hindurch auszuarbeiten. Die Prattler Stimmbürger hatten im April eine Initiative gutgeheissen, die insbesondere auch die Zugänglichkeit für Behinderte fordert.

Doch der Prattler Einwohnerrat wies die Vorlage am Montag mit 20 gegen 16 Stimmen wieder an den Gemeinderat zurück: Insbesondere SVP und FDP setzten sich damit durch, betonten aber auch, sie wollten nicht den Volksentscheid verhindern oder verzögern.

Streit über Kosten

Einwohnerrat Thomas Sollberger (FDP) betonte, es sei nicht zielführend, wenn nur eine Variante ausgearbeitet werde. Der Gemeinderat soll mehrere Alternativen mit Kostenschätzungen vorlegen. Denn die Versionen mit Landerwerb wegen der Rampen seien mittelfristig nicht realisierbar, weil die betroffenen Grundeigentümer bereits signalisiert hätten, dass sie nicht zur Abtretung von Grund bereit seien. Damit wären lange Rechtsstreitigkeiten programmiert.

"Jetzt wollt Ihr plötzlich noch mehr Details ausgearbeitet haben, was noch mehr kostet. Für mich klingt das sehr nach Verzögerungstaktik", meinte hingegen Einwohnerrat Mauro Pavan (SP).

Bereits vor der Volksabstimmung stritt man über die Kosten: Schätzungen gehen je nach Variante mit Liften oder Rampen von Baukosten zwischen zwei und vier Millionen Franken für die Unterführung aus. Eine Mehrheit des Einwohnerrates lehnte das Projekt daher bereits im Jahr 2015 ab. Wo die neue Unterführung hinkommen soll, ist ebenfalls noch unklar.

Kein «easyvote»

Ebenfalls wollte der Einwohnerrat nichts von "easyvote" wissen, einem Projekt von und für Jugendliche, das diese Altersgruppe zu stärkerer politische Partizipation ermuntern soll. Gemeindepräsident Stephan Burgunder argumentierte, dass dort kommunale Themen nicht thematisiert würden, deshalb lehne er es ab, das Projekt kommunal zu finanzieren.

Der Gemeinderat hatte zuvor bereits kritisiert, mit dem Projekt privilegiere man eine bestimmte Bevölkerungsgruppe. Der Einwohnerrat wollte am Montag ebenfalls kein Geld dafür sprechen und wies den Vorstoss von Eva Keller (SP) mit grossem Mehr ab.