Fredy Zaugg gibt nicht auf. Zusammen mit einer Interessengruppe, die er anführt, will der Velohändler in Aesch eine Radrennbahn, ein Velodrom, bauen. Der erste Anlauf ist an der fehlenden finanziellen Unterstützung des Kantons gescheitert.

Gelder, auf die das Projekt trotz des Zuspruchs vermögender Privatpersonen bisher angewiesen war. Nach einer Phase des Luftholens treibt Zaugg den Bau nun wieder voran.

Zaugg setzt seine Hoffnungen in das Sportanlagenkonzept des Kantons Baselland, Kasak III. Ein Geldtopf, in welchen der Kanton einige Millionen Franken legt, um damit bauliche Sportprojekte von Gemeinden und Privaten zu unterstützen.

2013 entscheidet der Landrat, ob die dritte Auflage von Kasak überhaupt das Licht der Welt erblickt. Falls es so weit kommt, möchte Fredy Zaugg unbedingt zu jenen gehören, die von Kasak-Geldern profitieren, und dementsprechend strengt er sich an.

Zusammenarbeit mit FHNW

Bereits mehrere Male arbeitete der 63-Jährige mit der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW zusammen, die Marktforschungen für sein Geschäft betrieb. Diese Beziehung macht sich Zaugg nun für die Radrennbahn zunutze.

Zwei Studenten realisieren im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit eine breit angelegte Meinungsumfrage, die das tatsächliche Bedürfnis nach einem Velodrom in der Region aufzeigen soll. «Insgesamt möchten wir an die 10000 Personen befragen», sagt Zaugg.

Zielpersonen seien Hobbyvelofahrer, die lokale Sportprominenz, Politiker, Verbandsverantwortliche und weitere wichtige Persönlichkeiten. Im Dezember liegt die Auswertung der Umfrage vor, mit der Zaugg bei den Parteifraktionen des Landrats vorsprechen will.

Interesse aus dem Ausland

1000 Jahresabos: Diese Anzahl ist laut Zaugg nötig, um mit dem Velodrom einen Umsatz von einer Million Franken zu generieren. Macht 1000 Franken pro Abo. «Mit zusätzlichen Sponsorenleistungen könnten wir den Preis auf 700 Franken senken», sagt Zaugg.

Er ist überzeugt, dass die Region eine Radrennbahn braucht. Keine für den Spitzensport, wie es im solothurnischen Grenchen angedacht ist, sondern für den Breitensport. «In Aesch sollen keine internationalen Wettkämpfe stattfinden. Wir planen eine Anlage für Hobbysportler, die jedermann offen steht.»

Auch Firmen- oder Kulturevents liegen Zaugg fern. «Auf keinen Fall soll das Velodrom eine Konkurrenz für die St.Jakobshalle in Basel sein.»

So sei denn auch ein einfacher Holzbau mit rund 1000 Zuschauerplätzen geplant. Vom Innern des Rundkurses könnten lokale Vereine anderer Sportarten wie Volleyball oder Unihockey Gebrauch machen. Auch vom nahen Ausland erwartet Zaugg Interesse. «Bestimmt würden auch Radfahrer aus Süddeutschland und dem Elsass nach Aesch kommen.»

Trotz bisheriger fehlender Unterstützung des Kantons sowie Unklarheit bezüglich des Standortes glaubt Fredy Zaugg an das Velodrom. «Wir sind in Gesprächen mit Privatpersonen, mit deren Hilfe wir das Projekt auch ohne Kantonsgelder stützen könnten.»

Durch das Zurückrudern punkto Ausstattung – früher waren unter anderem ein integriertes Einkaufszentrum geplant – belaufen sich die Kosten laut Zaugg auf rund 10 Millionen Franken.

«Aber wir könnten auch billiger bauen, mit der Einschränkung, dass es weniger Garderoben gäbe», schiebt er hinterher. Mit einer Holzfirma – aus diesem Material soll das Velodrom gebaut werden – sei man in entsprechenden Verhandlungsgesprächen.

«Ich warte nun auf das Ergebnis der FHNW-Studie», sagt Zaugg. Sollte herauskommen, dass entgegen seiner Erwartungen das Bedürfnis für ein Velodrom gering ausfällt, «müssen wir das Projekt wohl begraben». Anderseits glaubt Fredy Zaugg umso stärker daran, dass sein Traum bald Realität wird.