Es brauchte mehrere Anläufe, aber nun hat es geklappt: Die SVP erhält einen Sitz im Allschwiler Gemeinderat. Mit 93 Stimmen Abstand zu seinem Kontrahenten sicherte sich SVP-Kandidat Roman Klauser (1498 Stimmen) den Sitz der abtretenden SP-Gemeinderätin Franziska Pausa. Um diesen kämpfte beim gestrigen zweiten Wahlgang auch deren Parteikollege Patrick Lautenschlager (1405 Stimmen). Im ersten Wahlgang lag er noch 100 Stimmen vor Klauser.

Doch weshalb dieser Stimmungsumschwung? Klauser und sein Kontrahent sind überzeugt, dass die enge Zusammenarbeit der bürgerlichen Parteien dafür ausschlaggebend war. Die Allschwiler CVP und FDP unterstützten beide Klausers Kandidatur. «Das war auf jeden Fall sehr wichtig», sagt der Frischgewählte. Im Gemeinderat wolle er diese Zusammenarbeit weiterführen. «Das muss sein. Wir haben schon immer gesagt, dass es wichtig ist, dass die Bürgerlichen auch in der Exekutive zusammenhalten.»

«Wenn die Bürgerlichen so zusammenhalten, hat man es als Linker halt sehr schwer», sagt auch Lautenschlager. «Daran gemessen war Roman Klausers Stimmenzahl fast schon ein schlechtes Resultat beziehungsweise meines sehr gut.» Bei einem so knappen Resultat und so starker Unterstützung durch die übrigen bürgerlichen Parteien sei das Resultat denn auch nicht als richtiger Wahlsieg für die SVP zu werten. «Das war fast schon ein Zufallsmehr.»

SP verliert einen Sitz

Die SP ist künftig noch mit zwei statt drei Sitzen im Allschwiler Gemeinderat vertreten. Schon im ersten Wahlgang gewählt wurden: Nicole Nüssli, Robert Vogt (beide FDP, bisher), Christoph Morat, Thomas Pfaff (beide SP, bisher), Franz Vogt (CVP, bisher) und Philippe Hofmann (CVP, neu). Klauser wird sich in den kommenden Wochen zusammen mit seiner Partei entscheiden, ob er als Unternehmer und Neo-Gemeinderat auch seinen Sitz im Landrat behalten wird.

Neben der Unterstützung durch CVP und FDP hat Klauser eine zweite Vermutung, weshalb er Lautenschlager im zweiten Wahlgang überholte. «Die SP hat sich mit dem, was im Vorfeld der Wahlen abgelaufen ist, selber disqualifiziert», ist der Gewählte überzeugt. Er störte sich unter anderem an einem E-Mail, das ihm SP-Landrat und -Einwohnerrat Andreas Bammatter mit CC an diverse Politiker und Medien schickte. Darin stellte Bammatter Entscheidungen Klausers als Landrat und Privatperson im Zusammenhang mit einer Gemeinderatskandidatur infrage.

Thematisiert wurde unter anderem Klausers Einsprache gegen die Sanierung der Baslerstrasse, «welche vom Gemeinderat, den BVB und dem Volk so dringend gewünscht wird». Ausserdem sprach Bammatter Klausers Rolle als Präsident der Finanzkommission im Landrat an, deren Vorlage zur Pflegefinanzierung Allschwil rund zwei Millionen Franken kostet.

Briefe «unter der Gürtellinie»

Ärgerlich waren für Klauser auch die Leserbriefe von SP-Vertretern und -Anhängern in der Lokalzeitung «Allschwiler Wochenblatt». «Diese waren zum Teil unter der Gürtellinie», findet er. «Ein solch unanständiges Verhalten hat bei den Wählern wohl eher zu einer Abwehrhaltung geführt.» Lautenschlager glaubt nicht, dass ihm die genannten Aktionen geschadet haben. Er selbst trat dabei kaum in Erscheinung. «Ich habe mich bewusst zurückgehalten», sagt er.

«Die SP muss sich bewusst sein, dass sie mit diesem Wahlkampf für eine künftig schwierige Zusammenarbeit gesorgt hat», betont Klauser. «Ich glaube nicht, dass unsere Mitglieder nach solchen Angriffen einfach zur Tagesordnung übergehen können.»