Obwohl in der Baselbieter SVP Kritik an der Nomination der Regierungskandidatin Monica Gschwind (FDP) laut geworden war, ging diese am Donnerstagabend am SVP-Parteitag in Aesch ohne grosse Nebengeräusche über die Bühne. Per Akklamation wurde Gschwind neben den drei bisherigen Regierungsräten Thomas Weber (SVP), Sabine Pegoraro (FDP) und Anton Lauber (CVP) als Kandidatin bestätigt.

Fusionsgegnerin Gschwind

Der Hölsteiner Freisinnigen war denn auch die Nervosität anzumerken, als sie sich in bei der Vorstellungsrunde den kritischen Blicken der SVP-Mitglieder gegenübersah. Das Eis begann aber zu brechen, als sie ihre ablehnende Haltung zur Kantonsfusion kund tat. Kritik musste sich nach ihrem Referat interessanterweise nicht die FDP-Kandidatin anhören – kritische Voten richteten sich an Parteipräsident Oskar Kämpfer. Landrat Paul Wenger hinterfragte die Zusammenarbeit mit der CVP, die neben den vier bürgerlichen Kandidaten zusätzlich den BDP-Kandidaten unterstütze. Bei der CVP wisse man ohnehin nicht, woran man sei. Im Hinblick auf die nächste Legislaturperiode mahnte Wenger seine Partei zu einem selbstbewussten Auftreten an: «Wir sind wählerstärker als die FDP», sagte er. Das änderte letztlich aber nichts daran, dass Gschwind im Hinblick auf die Wahlen im Februar 2015 die volle Unterstützung der SVP hat.

Zum Schaulaufen geriet die Nomination der Kandidierenden demgegenüber bei den Freisinnigen: Diese hoben zunächst einstimmig und von viel Applaus begleitet ihre beiden Kandidatinnen Sabine Pegoraro und Gschwind auf den Schild; wenig später segnete die FDP dann auch die Unterstützung für das bürgerliche Viererticket mit Anton Lauber (CVP) und Thomas Weber (SVP) ab; dies ebenfalls einstimmig. Neben den drei bürgerlichen Bisherigen empfahl sich Kandidatin Gschwind als «ideale Ergänzung». Kämpferisch gab sie die Wahlparole aus: Ziel müsse sein, dass in der Regierung wieder vier Bürgerliche vertreten seien, wie dies vor 2011 der Fall war. «Schliesslich ist das Baselbiet ein bürgerlich geprägter Kanton.» Inhaltlich positionierte sich die Gemeindepräsidentin und Landrätin als vielseitig einsetzbare Politikerin, welche die Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden aus dem «Effeff» kenne.

Schlussstrich unter Fall Pegoraro

Freude über die vierte Regierungsnomination zeigte auch Sabine Pegoraro. Der Baudirektorin schien ein Stein vom Herzen gefallen zu sein, als bekannt wurde, dass gegen sie bei der Aufarbeitung der Honorar-Affäre keine Rückforderungsanträge gestellt werden. «Damit können wir einen Schlussstrich unter den Fall Pegoraro ziehen», sagte sie selber. Sie sei auch für die vierte Amtszeit in der Baselbieter Regierung sehr motiviert, was auch damit zusammenhänge, dass sie sehr gerne mit ihren bürgerlichen Kollegen Lauber und Weber zusammenarbeite.