Ab März 2018 können Autobesitzer aus der Region ihre Fahrzeuge nicht mehr im technischen Zentrum des Touring Club Schweiz (TCS) Sektion beider Basel in Füllinsdorf amtlich prüfen lassen. Diese hätte rund 150 000 Franken in ein neues System investieren müssen, um künftig Daten in elektronischer Form an die Motorfahrzeug-Prüfstation beider Basel in Münchenstein zu übermitteln.

Keine Bewilligung mehr

«Ohne Schnittstelle kriegen wir keine Bewilligung mehr vom Kanton», sagt Lukas Ott, Geschäftsführer des TCS beider Basel. «Da die amtlichen Prüfungen defizitär waren, entschied sich der Verwaltungsrat gegen die Investition.» Das neue System wäre aber nötig gewesen, damit der TCS amtliche Fahrzeugprüfungen weiter hätte durchführen dürfen. Nun ist Ende Februar nach zehn Jahren Schluss.

Wie Roger Sterki, Leiter der Motorfahrzeug-Prüfstation (MFP) beider Basel, bestätigt, «wurde die MFP vom TCS Sektion beider Basel informiert, dass diese die amtlichen Prüfungen aus finanziellen Gründen aufgibt, weil sie ein defizitäres Geschäft sind». Das soll nun per Ende Februar 2018 erfolgen. Die MFP bedauere diesen Entscheid, da sie seit 2008 mit dem TCS beider Basel einen verlässlichen Partner habe.

Laut Sterki sind der Betrieb einer Prüfinfrastruktur, die Ausbildung des Prüfpersonals sowie der Unterhalt der nötigen Informatiklösungen «relativ aufwändig». Nach geltendem Recht müssen heute sämtliche Prüfinstitutionen, die amtliche Fahrzeugprüfungen durchführen, nach einem einheitlichen Qualitätssicherungssystem arbeiten. Dies erfordert unter anderem, dass bei Prüfungen festgestellte Mängel erfasst und geliefert werden.

Einem entsprechenden Antrag von 2016 folgend, wurde dem TCS beider Basel eine angemessene Frist bis 31. Dezember 2017 eingeräumt, um ein entsprechendes System einzuführen. Verbunden mit dem jüngsten Beschluss des TCS Sektion beider Basel, sein Prüfgeschäft einzustellen, wurde diesen Monat erneut ein Antrag zur Fristerstreckung für die geforderte Datenlieferung bis Ende Februar 2018 eingereicht. Auch diesem Antrag wurde seitens der Paritätischen Betriebskommission der MFP stattgegeben.

Experte wird nicht arbeitslos

Der TCS beider Basel prüft jährlich rund 2200 Fahrzeuge, primär Privatautos – auch solche mit Kontrollschildern anderer Kantone. «Wir sind sehr eingeschränkt und haben nicht die Möglichkeiten wie andere TCS-Sektionen in der Schweiz», betont Geschäftsführer Lukas Ott. Ein Experte ist in Füllinsdorf mit diesen Arbeiten beschäftigt. Dafür musste er sich speziell ausbilden lassen und ein mehrmonatiges Praktikum bei der MFP in Münchenstein absolvieren. Dieser Mann wird nicht arbeitslos und führt künftig die freiwilligen Tests weiter.

TCS-Mitglieder bezahlen für eine amtliche Fahrzeugprüfung im technischen Zentrum in Füllinsdorf 55 Franken, Nichtmitglieder fünf Franken mehr. Bei der MFP beträgt die Gebühr derzeit noch 60 Franken, ab Anfang nächsten Jahres schlägt sie auf 65 Franken auf.

Die Motorfahrzeugkontrollen Baselland und Basel-Stadt delegieren die technischen Fahrzeugprüfungen an die MFP beider Basel in Münchenstein. Diese nimmt die Unterdelegation vor wie beispielsweise an den TCS. Die wegfallenden Prüfungen beim TCS beider Basel dürften der MFP kaum Bauchschmerzen bereiten. In Münchenstein werden jedes Jahr 100'000 Fahrzeuge abgenommen, sodass 2200 zusätzliche nicht gross ins Gewicht fallen.