Der Ausbruch einer Wasserfontäne aus einem stillgelegten Salzwasserbohrloch in Muttenz sorgte im Juni für Schlagzeilen. Im Dorfbach tötete das Salzwasser jegliches Leben, rund um das Bohrloch musste salzhaltige Erde abgetragen werden. Fast zwei Monate später ist noch immer nicht klar, was den Salzwasser-Geysir auslöste. Denn die Suche nach der Ursache gestaltet sich schwieriger, als die Betreiberin Schweizer Salinen AG gedacht hat.

Im Juni ging sie davon aus, dass erste Untersuchungsergebnisse bereits kurz nach dem Ausbruch zur Verfügung stehen würden. Es sei das erste Mal in der 180-jährigen Geschichte der Salinen AG, dass ein solcher Ausbruch passierte, wie Nicole Riethmüller, Leiterin Unternehmenskommunikation der Schweizer Salinen AG, sagt.

«Deshalb standen alle Stellen, von der Gemeinde über den Kanton bis hin zu uns vor einem Rätsel.» Und das Rätsel wird wohl noch etwas länger nicht gelöst werden: «Wir hoffen, dass wir bis Ende September die Ergebnisse haben», so Riethmüller. Was bisher sicher ist: Es wird teuer. Das Unternehmen rechnet wegen des Vorfalls mit Kosten zwischen 300 000 und 500 000 Franken. Ein Teil davon wird von den Schwierigkeiten bei der Suche nach der Ursache verursacht, die zu den Verzögerungen geführt haben.

«Zu Beginn der Abklärungsarbeiten rechneten wir damit, dass wir den Zugang zur Salzwasserkaverne erreichen und die Sonde für die Vermessung gut einführen können.» Doch dem war nicht so: Der Zugang war so weit blockiert, dass die Sonde nicht mehr reinpasste. Also musste der Zugang freigefräst werden – mit Spezialwerkzeug aus Holland.

Da die Solekaverne in Muttenz 300 Meter tief liegt kein einfaches Unterfangen. Zudem musste ständig der Druck überwacht werden. «Um bei einem allfälligen Wiederaustritt von Sole handeln zu können, wurde mit einem sogenannten ‹Blowout-Preventer› gearbeitet», erklärt Riethmüller. Dieser würde das Bohrloch in solch einem Fall abdichten.

Natur erholt sich

Die Schweizer Salinen AG betreibt insgesamt rund 30 aktive Bohrlöcher. Zudem gibt es in der Region noch 30 inaktive wie dasjenige in Muttenz. Die inaktiven stünden nicht unter Druck, wie Riethmüller sagt. Um Salz zu gewinnen, wird in die aktiven Kavernen, die sich in der salzhaltigen Schicht des Bodens befinden, Wasser gepumpt. Auf diese Art und Weise wird das Salz im Untergrund aufgelöst und als Sole wieder abgepumpt. Diese wird im Anschluss erhitzt, und das Salz kann so auskristallisiert werden.

Die salzhaltige Schicht liegt rund 150 Meter unter dem Rheinniveau. Die inaktiven Bohrlöcher bleiben für fünf bis zehn Jahre zugänglich, damit Hohlraum- und Solespiegelvermessungen durchgeführt werden können. «Bei den Bohrlöchern ist ein Flansch zur Abdichtung angebracht, aber das Bohrloch ist noch nicht definitiv verschlossen», erläutert Riethmüller. Die Bohrlöcher würden anschliessend zuzementiert, verschlossen und oberflächlich rückgebaut.

Laut Nicole Riethmüller hat sich die Natur vor Ort bereits wieder einigermassen erholt. «Bei einigen Bäumen wurde entschieden, abzuwarten, ob sie sich wieder erholen.» Durch den Soleausbruch sind Fische verendet. Nun werden neue angesiedelt.