Nicht nur Autos und Privathaushalte müssen versichert sein. Auch Kantone brauchen Versicherungen für ihr Eigentum – Schulen, Verwaltungsgebäude, Museen, Mobiliar, Fahrzeuge und so weiter. Der Kanton Baselland hat den Auftrag für seine Sachversicherung per 1. Januar 2019 neu ausgeschrieben. Das Submissionsverfahren läuft bis Ende August. Bis dann haben Interessierte Zeit, Offerten einzureichen.

Es handelt sich um einen Mammut-Auftrag. Das zeigt die Aufstellung der Sachwerte. Gemäss der Ausschreibung ist der Kanton insgesamt 2,83 Milliarden Franken schwer, rein versicherungstechnisch betrachtet. Dabei schenken alleine die Immobilien mit 2,03 Milliarden Franken ein. Die «Fahrhabe» – also alles, was man bewegen kann, Fahrzeuge ausgenommen – ist gemäss der Auflistung der Ausschreibung 595 Millionen Franken wert. Der Fahrzeugpark schlägt mit über 16 Millionen Franken zu Buche.

Um den potenziellen Interessenten einen Eindruck zu vermitteln, was sie an Arbeit erwarten würde, listet der Kanton Fälle der letzten fünf Jahre auf. Es ist ein Sammelsurium an Ereignissen. Die meisten Schäden rühren von Bränden oder Wassereinbrüchen her. Ein grosser Kostenfaktor sind aber auch Vandalismus und Einbrüche.

So etwa der Einbruch ins Gymnasium Oberwil vom 11. Februar 2018. Der Fall ist nicht aufgeklärt, das zeigt eine Anfrage an die Baselbieter Polizei. Laut deren Angaben schlug die unbekannte Täterschaft in der Nacht von Samstag, 10., auf Sonntag, 11. Februar, im Parterre des Schulhauses eine Scheibe ein. Danach suchten die Einbrecher die Mediathek auf und liessen Tablets und Laptops mitlaufen. Die geschätzte Schadenssumme: 27 868 Franken, plus Reserve von 5650 Franken.

Radaranlage angezündet

Der Eintrag vom 13. November 2015 fällt unter die Kategorie kurios. Als Schadenart werden «Innere Unruhen und böswillige Beschädigung» angegeben. Damals wurde auf der Autobahn 22 in Lausen eine Radaranlage in Brand gesteckt – 20 500 Franken Schaden.
Schon dreieinhalb Monate zuvor war Kantonseigentum zerstört worden, damals bei der Sekundarschule Aesch. Am 1. August brannte ein Wohnwagen nieder. Der Schaden wird mit 0 Franken angegeben, ohne Begründung.

Tragisch ist der Eintrag vom 2. Februar des vergangenen Jahres. Darin heisst es unter Ursache lapidar: «Asylant hat sich angezündet».

Vor teuren Unglücken ist der Kanton zumindest in den vergangenen Jahren verschont geblieben. Zwischen 2013 und 2017 belief sich die Schadenssumme auf durchschnittlich 87 000 Franken pro Jahr. Das laufende Jahr bewegt sich ziemlich genau im Durchschnitt. Bisher ist es zu Schäden in der Höhe von 41 370 Franken gekommen, der grösste Posten war der erwähnte Einbruch ins Gymnasium Oberwil.

Die Vertragsdauer ist auf 2021 festgelegt, mit möglichen Verlängerungen bis 2023. Einer der Nachweise, den Bewerber erbringen müssen, ist die kurze Reaktionszeit. Um einen Schaden aufzunehmen, hätten sie exakt 24 Stunden Zeit.