Herr de Courten, Sie haben sich entschlossen, per 31. Juli als Baselbieter Wirtschaftsförderer abzutreten. Was hat Sie zu diesem Entscheid bewogen?

Thomas de Courten: Ich will mich auf meine bisherigen beruflichen und politischen Aktivitäten fokussieren und in der Privatwirtschaft neue Herausforderungen angehen.

Treten Sie zurück, um mehr Zeit für Ihr Amt als Nationalrat zu haben?

Die beruflichen Perspektiven stehen im Vordergrund. Der Wahlkampf wird bis im Herbst aber sicher auch zusätzliche Ressourcen binden.

Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?

In den letzten Tagen sind einige Entscheide gefallen, weshalb es auch an der Zeit war zu kommunizieren. Der Beschluss zur Fusion der Raiffeisenbanken im Oberbaselbiet in der letzten Woche war einer davon. Dort werde ich als Verwaltungsrat vor neue, grössere Aufgaben gestellt. Zudem bin ich in der Pharma-, der Speditions- und Logistik-Branche an spannenden Projekten, die ich führen werde. Dazu kommen ein, zwei neue Herausforderungen in der Privatwirtschaft, die ich jetzt noch nicht nennen möchte.

Hat Ihre Kündigung etwas damit zu tun, dass Kritiker die Vereinbarkeit Ihres Amts als Wirtschaftsförderer mit dem des SVP-Nationalrats infrage stellten? Sie haben ja zum Beispiel die Masseneinwanderungs-Initiative unterstützt, die von Wirtschaftskreisen eher abgelehnt wurde.

Jede Vorlage hat zwei Seiten der Medaille, auch die Masseneinwanderungsinitiative. Ich habe meine Argumente immer auch aus Sicht der Wirtschaftsförderung untermauert. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass ein direkter Draht zu Politik und Behörden auf Bundesebene erfolgsrelevant für die kantonale Wirtschaftsförderung ist.

Erhoffen Sie sich nun, freier als SVP-Vertreter politisieren zu können?

Ich habe mich auch politisch auf meine Aufgaben als Wirtschaftsförderer konzentriert. Künftig werde ich mich sicher wieder freier auch zu anderen Fragen äussern können.