Thomas de Courten möchte nicht mehr Baselbieter Wirtschaftsförderer sein: Der SVP-Nationalrat aus Rünenberg verlässt auf Ende Juli die kantonale Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD), wie letztere am Mittwochmorgen mitteilte. De Courten stehe der VGD bis zur Überführung der Wirtschaftsförderung ins neue Amt für Volkswirtschaft und Standortförderung bis Ende 2015 auf Mandatsbasis weiter zur Verfügung, heisst es in der Mitteilung. De Courten zieht es nach eigenen Angaben wieder stärker in die Privatwirtschaft: Vergangenes Wochenende ist er zum Vizepräsidenten der fusionierten Raiffeisenbank Liestal-Oberbaselbiet gewählt worden. Gemäss Aussagen in der «Basler Zeitung» vom Mittwoch will der Bundespolitiker sein berufliches Engagement bei Intergenerika und Spedlogswiss ausbauen. Gerüchte, wonach er wegen interner Querelen seinen Job an den Nagel hänge, dementiert de Courten in dem Bericht.

Ja zu MEI sorgte für Kritik

Dennoch stand de Courten, der 1. April 2012 die Baselbieter Wirtschaftsförderung leitete, immer wieder in der Kritik: So zum Beispiel, als er sich im Februar 2014 als SVP-Nationalrat für die Masseneinwanderungs-Initiative ausgesprochen hatte. Dies vertrage sich nicht mit seiner Rolle als Wirtschaftsförderer, da die Initiative nicht im Interesse der Wirtschaft sei, lautete der Vorwurf. Diese Doppelrolle de Courtens war aber bereits vorher ein Thema: Bereits bei der Anstellung durch den damaligen Volkswirtschaftsdirektor Peter Zwick wurde die Befürchtung laut, de Courten könne seinen Job beim Kanton wohl nicht von seinem politischen Amt trennen. Beim Kanton heisst es nun, diese beiden Hüte seien für die VGD nie ein Problem gewesen.

Ein ausführlicher Bericht zum Abgang de Courtens folgt.