Eine «kleine Tour d'Horizon» hatte Regierungsrats-Kandidat Thomi Jourdan (EVP) für seine dritte und letzte «Ideen-Medienkonferenz» in diesem Regierungs-Wahlkampf versprochen. Die Themen Energie, Verkehr und Gesundheit würde er in Liestal zur Sprache bringen, ebenso sein Politik-Verständnis.

Im ersten Teil referierte Jourdan am Dienstag dann auch über die genannten Punkte. Im zweiten Teil mit dem Titel «Lauber vs. Jourdan» ging es aber um seinen Gegenkandidaten Anton Lauber (CVP) – oder eher: Um die Abgrenzung gegenüber Lauber.

Der Hase und der Igel

Dabei fühlten sich wohl einige Zuhörer an das Märchen vom Hasen und vom Igel erinnert, das Wettrennen der zwei Tiere, bei dem der Igel schon da ist, wann immer der Hase im Ziel eintrifft. Übertragen auf diesen Wahlkampf hiesse das: Immer, wenn Lauber in den letzten Wochen einen Standpunkt, eine Idee präsentiert hat, war Jourdan meist schneller – und hatte das Thema schon in Beschlag genommen.

Das ist wohlbemerkt die nicht ganz neutrale Perspektive aus dem Lager Jourdan. Doch dieser geizte nicht mit Beispielen, um seine These zu untermauern: Bei der Gesundheitspolitik habe Lauber seine Position eingenommen, ebenso bei der Abkehr vom Gaskraftwerk-Projekt in Muttenz, bei der kritischen Haltung zur Südumfahrung und nicht zuletzt beim Vorschlag, im Kanton ein modernes Finanzmanagement einzuführen.

«Trend zur Konvergenz»

Bei allen genannten Themen hätte sich sein Gegner aus Allschwil seiner Position angenähert, stellte Jourdan fest. Der «Trend zur Konvergenz», wie er diese Entwicklung nannte, freue ihn zwar, «aber Sie werden mir ein gewisses Schmunzeln sicher zugestehen.»

Jourdans Wille zur Abgrenzung war insofern erstaunlich, als er in der Vergangenheit immer wieder durchblicken liess, dass er nicht ständig mit Lauber verglichen werden wolle. Erst vergangene Woche, beim Podium «Quo vadis Gesundheitspolitik?» in Liestal, liess er verlauten, er empfinde es «fast schon als unhöflich», über seinen politischen Gegner zu urteilen.

Mitte-Links-Stimmen sichern

Gestern nun war Jourdan stark darum bemüht, die Unterschiede hervorzuheben. Seine Taktik ist offensichtlich: Mit den jüngsten Abgrenzungs-Manövern will er die Unentschlossenen links der Mitte gewinnen, die ihm Lauber in den letzten Wochen streitig gemacht hat.

Gestalter vs. Verwalter

Unter anderem bezeichnete sich Jourdan gestern als «Gestalter». Lauber hingegen musste mit dem Label «Verwalter» Vorlieb nehmen. Er stütze die bestehenden Verhältnisse, von ihm sei wenig Innovatives zu erwarten.

Dazu Jourdan: «Stabilität kann auch Stillstand heissen. Ich hingegen habe Bewegung lieber!»