Rekordtiefe Ölpreise, der überstarke Franken und ein schwaches Wirtschaftswachstum sind alles andere als günstig für die Hersteller von Holzheizungen: Der Markt schrumpft. «Aber wir glauben an Holz als einheimischen Energieträger und wollen unsere Chancen vergrössern, indem wir das Geschäft zusammenlegen», erklärt Peter Brogli, Geschäftsführer Tonwerk Lausen. Trotz der Ungunst der Stunde stehe keine der beiden Firmen so unter Druck, dass die Fusion zwingend wäre. «Aber in einem sich wandelnden Umfeld ist Innovation entscheidend. Da macht es Sinn, unsere Ressourcen zu bündeln, um die Produktentwicklung voranzutreiben.»

Dabei übernimmt die Tiba AG sämtliche Aktien der Tonwerk Lausen AG. Deren bisherige Muttergesellschaft, die TL Immobilien AG, steigt als Minderheitsaktionärin bei der Tiba ein. Tonwerk verlegt den Firmensitz nach Bubendorf, wofür dort 0,5 Millionen Franken investiert werden. Tiba-Geschäftsführer Lukas Bühler und Inhaber bleibt Geschäftsführer der Gesamtfirma, Brogli sein Stellvertreter.

«Die Geschäftsbereiche der beiden Firmen überschneiden sich kaum und ergänzen sich», berichtet Bühler. Entsprechend führe die Fusion nur zu einem geringen Abbau an Arbeitsplätzen. Neben anstehenden Pensionierungen sei es aber zu vier Entlassungen im kaufmännisch-administrativen Bereich gekommen. Die beiden Firmen beschäftigen zusammen 100 Mitarbeiteden und erzielen einen Umsatz von rund 20 Millionen Franken.

Zwei Traditionsunternehmen

Die 1848 gegründete Tiba ist vor allem wegen ihrer Holz-Kochherde und Cheminee-Öfen bekannt, hat sich jedoch seit den 60er-Jahren vermehrt ganzen Holz- und später auch Solar-Heizungsanlagen zugewandt. Daneben betreibt sie auch Blechbearbeitung, beispielsweise für Chromstahl-Küchenabdeckungen. Hier sieht Bühler künftige Geschäftsfelder, die sich aus dem Zusammenschluss mit dem neuen Partner ergeben: «Tonwerk beherrscht die Technik, individuelle Küchenabdeckungen aus Kunststein herzustellen.»

Die 1872 gegründete Tonwerk AG war ursprünglich auf feuerfeste Keramikteile für das Innere von Heizungs- und Industrie-Öfen spezialisiert und belieferte unter anderem die Tiba AG. Nachdem die Produktion von Massenprodukten in der Schweiz zunehmend schwieriger wurde, verlegte man sich auf die Produktion von Cheminee-Speicheröfen als Haupt-Geschäftszweig. Über 50 Prozent gehen in den Export. Bei Tiba sind es nur 10 Prozent. «Um die internationale Präsenz auf Messen zu verstärken, ist es sinnvoll, wenn wir gemeinsam auftreten», erklärt Bühler. Angesichts des schwierigen Markts wolle man die Ressourcen frühzeitig bündeln.