Herr Brodbeck, die Statuten des TNW sehen für «wesentliche Änderungen der Abonnementsstruktur und des Zonenplans» Einstimmigkeit vor. Kann Baselland also gar nicht eigenmächtig entscheiden?

Adrian Brodbeck: Das ist so. Sämtliche TNW-Mitglieder müssen zustimmen, also BVB, BLT, SBB, Postauto, Autobus AG Liestal und die Waldenburgerbahn sowie die Kantone Basel-Stadt, Baselland, Aargau, Solothurn und Jura.

Wie stehen Sie der Einführung einer Zonierung gegenüber?

Ich würde vor einem Schnellschuss auf jeden Fall abraten. Die Kantone erarbeiten derzeit gemeinsam mit einer Beratungsfirma eine neue Bestellerstrategie, die Ende Mai als Grobkonzept vorliegen dürfte. Darin werden die Stossrichtungen definiert, welche der TNW dann ausarbeitet. Das Ziel ist, den Kostendeckungsgrad des öV in der Region zu verbessern.

Dabei wäre die Einführung von
Zonen nur eine Möglichkeit.

Ja, in Anbetracht eines längerfristigen Zeithorizonts stehen noch weitere Möglichkeiten zur faireren Verteilung der Kosten auf die Verursacher zur Verfügung. Es wäre kurzsichtig, jetzt die Leute mit einer komplizierten Zonen-Lösung für U-Abos zu verärgern und dann einige Jahre später zu kommen und zu sagen: Jetzt haben wir eine Super-Lösung, etwa mit Chipkarten, die eine automatische Abrechnung ermöglichen, wie es bereits in anderen europäischen Städten funktioniert. Die von der Bestellerstrategie angedachten Stossrichtungen bedürfen einer sorgfältigen Abklärung.