Die Enttäuschung ist bei mehreren Familien aus Büsserach gross. In einem Leserbrief im «Wochenblatt für das Schwarzbubenland und das Laufental» machten sie ihrem Ärger Luft. Die Trachtengruppe Thierstein plante am 19. Mai zum 80-Jahr-Jubiläum ein Konzert in der römisch-katholischen Kirche Büsserach. Auftreten sollen auch Kinder aus dem Musikgrundkurs der Schule Büsserach und die Holzebärger Ländlerfründe. Doch der Kirchenrat Büsserach sagte der Trachtengruppe ab. Diese fragte kurzerhand die Nachbars-Kirchgemeinde Erschwil an, welche freudig einwilligte und die Musizierenden mit offenen Armen empfängt.

Die Kirchgemeinde Büsserach begründete die Ablehnung damit, dass die Kirche als geweihter Ort nicht für weltliche Konzerte und Anlässe geeignet sei. Ausserdem verfüge Büsserach über einen Konzertsaal, welcher für solche Anlässe passender sei.

Der Kirchenrat könne sich auch vorstellen, dass zum Beispiel nicht christliche Kinder oder deren Familien unter Umständen auch Mühe bekunden, zu einem Auftritt in einer geweihten römisch-katholischen Kirche beizutragen. Zudem habe der Kirchenrat eben erst eine ähnliche Anfrage aus der Region mit der gleichen Begründung ablehnen müssen: Es wäre wohl nicht gerecht gewesen, nun von den Prinzipien abzuweichen.

«Bei uns sind alle willkommen»

Auf Anfrage der bz erklärte Marianne Wälchli, Kirchgemeinderatspräsidentin der römisch-katholischen Kirche Erschwil, weshalb dieses Konzert in der Kirche Erschwil durchgeführt werden darf: «Bei uns in der Kirche sind wir offen für diverse Anlässe, auch für solche, die nicht im Zusammenhang mit einem Gottesdienst stehen, sprich pastorale Anlässe. Bei uns ist jeder willkommen, auch Vereine aus anderen Gemeinden und Veranstalter müssen nicht ortsansässig sein.»

Gegenüber der bz äussert eine der betroffenen Mütter ihr Unverständnis gegenüber der Haltung und Entscheidung des Kirchenrates Büsserach und dessen Auswirkung.
Die bz hakte bei Michel Thüring, Kirchenratspräsident Büsserach nach, doch dieser wollte sich nicht weiter zu diesem Thema äussern: «Als Kirchenratspräsident sehe ich keinen Grund, auf besagten Leserbrief weiter öffentlich einzugehen und verzichte auf weitere Stellungnahmen.»

Er ist der Meinung: Wenn die Leserbriefverfasser diesen Entscheid nicht akzeptieren wollen und nun den Weg an die Öffentlichkeit suchen, sei dies deren Weg, damit umzugehen. Aus Sicht des Kirchenrats sei es zielführender, dafür die Plattform des Kirchgemeindeanlasses zu nutzen, wozu alle Kirchgemeindemitglieder herzlich eingeladen seien.