Rettungskräfte sind darauf angewiesen. Der Pöstler braucht sie. Als Gast in einer neuen Stadt orientiert man sich an ihr. Die Rede ist von der Hausnummer. An jedem Haus muss eine sein. Das ist schweizweit geregelt.

Doch welche Farbe sie haben muss, wie gross sie sein sollte und aus welchem Material – das wird in jeder Gemeinde anders geregelt.

Die Gemeinde Muttenz vermeldete diese Woche, dass sie noch einen Restbestand an blau emaillierten Hausnummern vom Typ «Baselland» habe. Interessierte könnten diese nun auf der Gemeindeverwaltung kaufen. Künftig seien die Schildchen nur noch auf Bestellung erhältlich.

Verschiedene Hausnummertypen

Auf Anfrage teilt die Gemeinde Muttenz mit, dass die blauen Nummern früher sehr beliebt waren. Heute seien die Schilder allerdings nicht mehr zeitgemäss. Da die Art der Hausnummer nicht vorgeschrieben ist, gestalten viele Hausbesitzer lieber selber ein Schild, als von der genormten Hausnummer vom Typ Baselland Gebrauch zu machen.

Die Firma V-Zug AG aus Zug produziert seit vielen Jahren die Hausnummern, unter anderem für die Gemeinden Muttenz und Birsfelden. Doch die Nachfrage habe stark abgenommen. «Wir haben die Nummern nicht auf Lager, man kann sie allerdings immer noch bestellen», sagt Helen Lammer von der Abteilung der Extrafabrikation bei V-Zug AG. Die Lieferdauer betrage meist rund vier Wochen, da die Emailschilder neu angefertigt werden.

Neben dem Typ Baselland stellt V-Zug AG auch Hausnummern mit den Typen Zug, Aargau, Basel-Stadt und Lausanne her. Sie unterscheiden sich in Form und Grösse voneinander. Die Schilder seien allerdings nicht nur für die jeweiligen Kantone gedacht. Wenn sie den Gemeindevorschriften entsprechen, dürfen Baselland-Hausnummern auch im Kanton Aargau aufgehängt werden – und umgekehrt.

Im Gegensatz zu Muttenz spricht Birsfelden von einer konstanten Nachfrage nach den blauen Emailschildern. Laut Corinne Augsburger, Sachbearbeiterin für Bau und Gemeindeentwicklung, werden bei Hausrenovierungen und Neubauten regelmässig die bewährten Nummern vom Typ Baselland bestellt. «Auf Lager haben wir die Nummern eigentlich nicht, aber wir können sie immer bestellen», sagt Augsburger.

Das Amt für Geoinformation schreibt vor, dass jedes Gebäude eine eindeutige und eigene Adresse haben muss. Nicht vorhandene Hausnummern stellen wie erwähnt ein Problem für Rettungskräfte und Pöstler dar. Für die Nummerierung ist die jeweilige Gemeinde zuständig. Sie teilt Neubauten die Hausnummer zu und sorgt auch für die Beschilderung der Gebäude. Zudem müssen die Schildchen so am Haus angebracht werden, dass sie von der Strasse aus deutlich sichtbar sind.

Eigenkreationen sind beliebter

Im Kanton Baselland sind die Richtlinien für die Art der Beschilderung von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Wenn man Auskunft darüber erhalten möchte, muss man sich an seine Wohngemeinde wenden.

Die Gemeinde Sissach verkauft ebenso wie Muttenz und Birsfelden Hausnummern. Allerdings nicht vom gleichen Hersteller. Wird also ein neues Haus gebaut, bietet die Gemeinde eine Hausnummer an. Der Hausbesitzer ist aber nicht gezwungen, das genormte und typisch blaue Schild zu verwenden. Es darf auch eine Eigenkreation sein. Hauptsache, die Zahl ist gut sichtbar.