Nachdem der April-Frost Winzer und Obstbauern hat erzittern lassen, müssen sich die Erdbeerproduzenten jetzt für die grosse Hitze wappnen. Franco Weibel, Leiter des Ressorts Spezialkulturen vom Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain in Sissach erklärt: «Den Erdbeerproduzenten hat man Abdecken mit Vlies als Sonnenschutz empfohlen.» Dem Wasserstress der Pflanzen könne man mit regelmässiger Bewässerung vorbeugen. Dafür seien die meisten Erdbeerpflanzer ausgerüstet.

Für das Baumobst sei die Situation noch nicht so bedenklich, da Temperaturen und UV-Strahlung noch nicht so intensiv seien und die Pflanzen etwas Zeit hatten, sich an die warmen Bedingungen anzupassen.

«Die wenigen Kirschen, welche die aggressiven Frostnächte vom 19. und 20. April überlebt haben, wachsen in überdachten Obstanlagen. Diese Regenschutzabdeckung schützt die Pflanzen nun auch vor allzu intensiver direkter Sonnenstrahlung», sagt Weibel. Bei den Apfelbäumen erfüllen nun die Hagelnetze diese Sonnenschutzfunktion.

Dennoch könne es heikel werden, wenn die Temperaturen längerfristig über 35 Grad steigen. «Dann wird die Blatt- und Fruchttemperatur schlicht zu hoch, als dass die Pflanzenorgane noch normal arbeiten könnten.»

Negative Folgen können braune Sonnenbrand-Flecken an Äpfeln sein, die sie unverkäuflich machen. Bei den Hochstammkirschen beobachte man zurzeit eine Art «Notreife»: «Die Früchte bekommen schon bei sehr kleiner Grösse eine dunkle Farbe und reifen.»

Weibel schliesst nicht aus, dass bei der aktuellen Klimaentwicklung bald mehr und leistungsfähigere Bewässerungsanlagen nötig werden. «Bewässerungswasser ist in unserem Kanton jedoch eher Mangelware», sagt er. Diese Massnahme würde den Obstanbau zusätzlich verteuern und verkomplizieren. (yme)