Mit dem klaren Erfolg der Läufelfingerli-Freunde konnte mit zunehmender Dauer des Abstimmungskampfs gerechnet werden. Doch dass gestern nicht einmal 30 Prozent der stimmberechtigten Baselbieterinnen und Baselbieter an die Urne gehen wollten, um über den 8. Generellen Leistungsauftrag im öffentlichen Verkehr zu entscheiden, überraschte dann doch.

Im vorangegangenen Abstimmungskampf waren derart starke Emotionen über die Zukunft der S 9 geschürt worden, dass zumindest mit einer ähnlich hohen Stimmbeteiligung wie im November 2016 bei der Deponieabstimmung hätte gerechnet werden dürfen. Auch damals hatten die Laufentaler Deponiegegner mit einer Landsgemeinde die öffentliche Meinung auf ihre Seite gezogen, die erregte Debatte fand danach ihren Niederschlag in einer kantonalen Stimmbeteiligung von 40,44 Prozent.

Allerdings standen vor einem Jahr auch die umstrittene eidgenössische Atomausstiegsinitiative und die Baselbieter Energieabgabe auf dem Programm des Abstimmungssonntags, während diesmal die Läufelfingerli-Frage allein auf weiter Flur den Abstimmungskampf dominierte. Eine ähnlich tiefe Stimmbeteiligung bei einer kantonalen Vorlage gab es im Baselbiet letztmals im November 2015, als unter anderem der Elba-Projektierungskredit verworfen wurde (22,7 %) und die Familienergänzende Betreuung durchkam (22,45 %).

Unter den Ja-Sagern, die für die Einstellung des Läufelfingerli stimmten, waren bloss vier Gemeinden, Bottmingen, Pfeffingen, Burg und Hersberg. Besonders hohe Nein-Stimmen-Anteile verzeichneten naturgemäss die Gemeinden im betroffenen Homburgertal selbst. Den Rekord schaffte Rümlingen mit einer einzigen Ja-Stimme bei 168 Nein (99,41 %). Die stärkste Ablehnung im Bezirk Arlesheim vermeldeten Muttenz und Birsfelden mit Nein-Stimmenanteilen von mehr als 64 Prozent.

Kantonale Vorlagen Baselland