Auf ihren Heckscheiben tragen Laufentaler Aviatik-Fans derzeit ihre Vorfreude zur Schau. Vor wenigen Wochen sind die Aufkleber für die nächsten Dittinger Flugtage eingetroffen. Am Wochenende des 25. und 26. August werden wieder Tausende Menschen ins beschauliche Dörfchen strömen.

Nach dem Absturz mit einem getöteten Piloten im Jahr 2015 stand die Zukunft der Flugtage lange in den Sternen. Die Segelfluggruppe Dittingen, die den Megaanlass veranstaltet, entschied sich, trotz der Tragödie weiterzumachen.

Mittlerweile sind die Planungen für die nächste Ausgabe schon weit fortgeschritten. Die Organisatoren konnten einige publikumsträchtige Formationen verpflichten. Unter anderem sind das Kampfflugzeug F/A-18 und der Super Puma der Schweizer Luftwaffe sowie das Kunstflugteam P3 Flyers zu Gast im Laufental.

Zum ersten Mal kommt im Hochsommer die Jakowlew Jak-9 nach Dittingen. «Das sowjetische Jagdflugzeug wurde während des Zweiten Weltkriegs entwickelt und eingesetzt», sagt Urs Winkelmann, Medienverantwortlicher der Flugtage. Mit seiner langen Nase möchte die C-3605 der Schweizer Armee, welche bis in die 1980er-Jahre verwendet wurde, die Zuschauerinnen und Zuschauer begeistern. Die Verantwortlichen rechnen wieder mit rund 20'000 Besuchern.

Die F/A-18 (im Bild) wird Ende August die Zuschauerinnen und Zuschauer in Dittingen begeistern – auf die Choreografie der Patrouille Suisse müssen sie jedoch verzichten.

Die F/A-18 (im Bild) wird Ende August die Zuschauerinnen und Zuschauer in Dittingen begeistern – auf die Choreografie der Patrouille Suisse müssen sie jedoch verzichten.

Keine Akrobatik über dem Dorf

Ihren Hauptwunsch konnten sich die Organisatoren zum zweiten Mal in Folge nicht erfüllen. Die Patrouille Suisse – mit ihrer atemberaubenden Performance eine Garantin für viel Publikum – fehlt erneut. «Die Kunstflugstaffel der Schweizer Armee ist an diesem Wochenende leider in Polen. Da können wir nichts machen», bedauert Winkelmann. Das Organisationskomitee lasse sich davon aber nicht entmutigen und sei daran, weitere Hochkaräter zu verpflichten.

Das komplette Programm gibt man Anfang Juni an einer Medienkonferenz bekannt, in deren Rahmen die ehemalige Skirennfahrerin und Privatpilotin Dominique Gisin einen Vortrag hält.

Damit die Dittinger Flugtage stattfinden können, muss das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) die Veranstaltung noch bewilligen. Die Genehmigung scheint nur noch Formsache zu sein, nachdem bereits der Gemeinderat Dittingen sowie die Burgerkorporation dem Anlass ihren Segen gegeben haben. Es ist davon auszugehen, dass das Bazl einige Wochen vor dem Grossevent die Bewilligung erteilt.

Als Folge des tödlichen Unfalls veränderten die Organisatoren die Vorführachsen der Formationen. So wird an den nächsten Flugtagen über dem Dorf Dittingen keine Flugakrobatik mehr durchgeführt. «Die Starts und Landungen geschehen aber weiterhin über dem Siedlungsgebiet», sagt Urs Winkelmann. Hinsichtlich der Sicherheit auf dem Boden sei man schon gut aufgestellt, weshalb man dort nur minimale Anpassungen vornehme.

180 Unterschriften gegen Flugtage

Die fortgeschrittenen Vorbereitungen für die Flugtage lassen fast ein wenig vergessen, dass im Laufentaler Dorf noch immer Widerstand gegen den Grossevent herrscht. Die beiden Dittingerinnen Margrit Jermann und Charlotte Bickel sammelten in der 740-Seelen-Ortschaft Unterschriften für eine Beibehaltung der Flugsperrzone während der Flugtage. Diese gilt während des normalen Flugbetriebs in Dittingen und verbietet Motorflugzeuge über dem Dorf.

Die beiden Frauen konnten rund ein Viertel aller Einwohnerinnen und Einwohner davon überzeugen, die Petition zu unterschreiben. Durch die Bewilligung des Gemeinderats Dittingen ist die Forderung zur Makulatur geworden. Und auch das Bazl erklärte bereits, dass die gewünschte Flugsperrzone illusorisch sei. Die grossen Flugzeuge könnten den Flugweg, den sonst nur Schleppmaschinen fliegen, nicht einhalten.

Margrit Jermann lässt sich von den Entwicklungen der letzten Monate nicht kleinkriegen. «Wir haben im Vorfeld der Flugtage keine Aktionen geplant. Das macht keinen Sinn», erklärt sie. Danach will sie aber ihr Ziel weiterverfolgen: Eine Abstimmung im Dorf über die Einhaltung der Flugsperrzone.

Während der Flugtage Ende August werden Jermann und ihr Mann wie immer Dittingen den Rücken kehren und irgendwo ein paar Tage Urlaub machen. Auf den Lärm und den vielen Verkehr, welche die Grossveranstaltung mit sich bringen, könnten sie gerne verzichten.