Bis vor einigen Jahren war die Nordwestschweiz kein Thema, wenn es um das Geschäft mit dem schwarzen Gold, dem Trüffel ging. In letzter Zeit hat sich das aber entscheidend geändert. Grund dafür ist vor allem die regelrechte Wildschweinplage, die seit einiger Zeit in der Gegend herrscht. Diese hat zur starken Verbreitung der Trüffel geführt. «Die Wildschweine fressen die Trüffel gerne. Ihre Ausscheidungen erhalten deshalb häufig Trüffelsporen, die einen idealen Nährboden für den knolligen Pilz bilden», sagt Bruno Carnot.

Mit Sporen geimpfte Bäume

Wegen der zunehmenden Relevanz der Nordwestschweiz im Trüffelgeschäft veranstaltet Carnot am Wochenende gemeinsam mit Martin Dürr und dem Schweizer Trüffelverband den ersten Trüffelmarkt der Region. «Das Interesse am Thema ist in der Region in letzter Zeit stark angestiegen. Einen entsprechenden Markt gab es aber nicht. Martin Dürr, der Trüffelpapst der Region und ich haben uns diesem Thema dann angenommen», sagt Carnot. Der Trüffelmarkt im Liestaler Stedtli ist somit einer von nur sieben Trüffelmärkten in der ganzen Schweiz.

Bereits vor sieben Jahren haben Carnot und Dürr begonnen, das Klima in der Region zu untersuchen um festzustellen, ob es sich für den Anbau von Trüffeln eignet. Diese Untersuchungen fielen sehr positiv aus. Deshalb entschieden sie sich, grosse Grundstücke zu pachten, um die Pilze dort zu kultivieren. «Auf den abgezäunten Grundstücken haben wir über hundert Bäume gepflanzt und mit Trüffelsporen geimpft. Besonders gut eignen sich Eichen, Buchen und Schwarzkiefern», erzählt Carnot.

Wer keine Gelegenheit hat, selber Trüffel zu kultivieren, kann auch den täglichen Hundespaziergang dafür nutzen die schwarzen Knollen zu sammeln. «Immer mehr Hundebesitzer in der Region lassen ihre Hunde für die Trüffelsuche ausbilden», sagt Carnot. «Für die Suche eignen sich grundsätzlich alle Rassen. Der Geruch des Trüffels ist sehr intensiv. Wenn ein Hund einen Anreiz bekommen hat, findet er daher sehr häufig unter irgendeinem Baum einen Trüffel.» Die Trüffel-Hochburg sei zurzeit die Gegend um Murten. Aber auch im Fricktal und Oberbaselbiet, wo Dürr häufig mit seinem Hund auf der Suche ist, gibt es viel zu finden.

Teure Preise wegen Trockenheit

Am Trüffelmarkt am Samstag werden 20 Stände Trüffelknollen und besondere Trüffel-Spezialitäten anbieten. Die Gründer des «Stedtli-Bier» bieten sogar ein aussergewöhnliches Trüffel-Bier und Trüffel-Risotto an. Über den aktuellen Marktpreis der Trüffelknollen kann Carnot aktuell noch nichts sagen: «Bei dem Tagespreis der Trüffel verhält es sich ähnlich wie bei den Bitcoin Preisen oder Tesla-Aktien. Sie sind jeden Tag anders.» Was aber schon fest steht ist, dass der trockene Spätsommer nicht besonders ideal für das Wachstum der Trüffel war. Dementsprechend werden auch die Preise eher höher ausfallen.

1. Trüffelmärt Lieschtel, Samstag, 6. Oktober, 8 bis 16 Uhr, Stedtli Liestal