Das Baselbieter Volk lehnt - etwas überraschend - den Bau eines 365 Meter langen Tramteilstücks am Margarethenstich deutlich ab. Der Nein-Anteil liegt bei fast 56,87 Prozent. Überraschend ist das Resultat neben der Deutlichkeit auch deshalb, weil aus sämtlichen fünf Bezirken Nein-Mehrheiten gemeldet wurden. Auch im stadtnahen und vom Projekt betroffenen Bezirk Arlesheim wurde das 14 Millionen Franken teure öV-Projekt mit 57,5 Prozent klar abgelehnt. Den finalen Stich ins Herz der Befürworter setzte die Standortgemeinde Binningen, die das Projekt mit 71,58 Prozent wuchtig ablehnte.

BLT-Direktor Andreas Büttiker zur Abstimmung über den Margarethenstich

Das sagt BLT-Direktor Andreas Büttiker über das deutliche Nein zum Margarethenstich

Das Resultat kommt auch deshalb etwas überraschend, weil sämtliche grossen Parteien ausser die SVP das Tramprojekt unterstützt haben. Auch die Gemeinderäte und Gemeindepräsidenten des Leimentals machten sich in Medienmitteilungen für den Margarethenstich stark. Das Referendum gegen den positiven Beschluss des Landrates hatten einige Binninger rund um den ehemaligen FDP-Landrat Roger Moll ergriffen. 

Kein Graben zwischen oben und unten

Ein Graben im Abstimmungsverhalten zwischen Unter- und Oberbaselbiet lässt sich in dieser Frage nicht feststellen: Zwar stiess im ländlichen Bezirk Waldenburg in einigen Gemeinden das Projekt auf sehr starke Ablehnung; aus Lauwil, Liedertswil und Lampenberg wurden sehr hohe Nein-Anteile von jeweils über 70 Prozent gemeldet. Allerdings sagten einige Land-Gemeinden Ja, so Waldenburg, Seltisberg, Hersberg und Duggingen, sowie der Kantonshauptort Liestal. Im Unterbaselbiet resultierte bloss ein einziges Ja, nämlich in Arlesheim. Darüberhinaus kamen aus allen Agglo-Gemeinden Nein-Mehrheiten, neben den betroffenen Leimentaler Gemeinden auch aus solchen mit hohem rot-grünen Wähleranteil wie Birsfelden und Münchenstein.

So stimmten die einzelnen Gemeinden ab.

Mit dem Margarethenstich hätten die Pendler aus dem Leimental über die bestehende, aber neu konzipierte Tramlinie 17 fünf Minuten schneller an den Basler Bahnhof SBB sowie ohne Umsteigen in die Arbeitsplatzgebiete im oberen Kleinbasel kommen sollen. Zudem hätte der Bau der 365 Meter Geleise neue Möglichkeiten für Linienführungen im Basler Tramnetz eröffnet. Das Projekt war auf insgesamt 21 Millionen Franken veranschlagt, davon hätte der Kanton Baselland nach Abzug von Beiträgen des Nachbarkantons Basel-Stadt, des Bundes und der Betreiberin Baselland Transport AG (BLT) noch 7,3 Millionen tragen müssen.