Rund 100 Menschen kamen am Mittwoch zur Gründungsversammlung des Verbands Kultur Baselland. Bildende Künstlerinnen und Künstler, Theatermacher, Kulturmanager, Autoren und Autorinnen, Schauspielerinnen, Gestalter –und mehr. 30 weitere Interessierte hätten sich entschuldigen müssen, sagte die Künstlerin Irene Maag, eine der Initiantinnen. 100 plus 30 – das spricht für sich. Die Gründung dieses Interessensverbandes entspricht einem grossen Bedürfnis. 

Aufgeschreckt und zusammengeschweisst hat diese Gruppe die markante Kürzung der kantonalen Subventionsgelder. Dieses Jahr erhält die Baselbieter Kultur 390 000 Franken weniger als zuvor. Bis 2017 will der Kanton die Kulturausgaben um insgesamt 785 000 Franken kürzen. Am stärksten betroffen sind bildende Künstlerinnen und Künstler.

Eine Demonstration vor dem Baselbieter Parlament, ein Budgetpostulat und eine Resolution – solche Initiativen in letzter Minute konnten Ende des letzten Jahres das traurige Schicksal der Baselbieter Kultur nicht mehr abwenden.

Versäumtes nachholen

Die Kulturschaffenden hätten leider zu spät reagiert, «wie aufgeschreckte Hühner», musste SP-Landrat Jürg Degen bei aller Sympathie mit den Künstlern ein wenig schimpfen. Denn: «Die Fakten lagen seit Juli auf dem Tisch.» Ende des letzten Jahres sei er zum ersten Mal auf das Problem aufmerksam gemacht worden. Eher spontan habe er darauf das Budgetpostulat lanciert, das die Kürzungen hätte rückgängig machen können – es wurde vom Landrat aber eher knapp abgelehnt. «So zufällig darf ein politischer Vorstoss nicht gemacht werden», betonte Degen.

Genau dafür gibt es von nun an den Verband Kultur Baselland. Der Verband soll ein einflussreiches, starkes Sprachrohr der Kulturschaffenden sein, eine Lobby für deren Interessen. Der Verband soll gut vernetzt sein mit Politikerinnen und Politikern sowie anderen Verbänden, Comités und den Medien – über den Kanton Baselland hinaus.

Sein wichtigstes Zukunftsziel ist: Die Subventionskürzungen wieder rückgängig zu machen. Darüber hinaus hat der frisch gewählte Vorstand einige Ideen, die er in den nächsten Monaten diskutieren will: Eine Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der Baselbieter Kulturschaffenden könnte in Auftrag gegeben werden. Über einen Kulturpool der Gemeinden könnten Gelder generiert werden. Ein Kulturabo mit Angeboten und Wettbewerben könnte Kulturangebote weitherum bekannter machen. Und es soll ein Kulturparlament nach dem Vorbild desjenigen in Basel-Stadt entstehen.

Alle Kulturfreunde willkommen

Die Statuten waren schnell besprochen. Um niemanden vor den Kopf zu stossen – oder vielleicht weil es ein Zuviel an Engagement nicht geben kann –, sind sämtliche 13 Kandidatinnen und Kandidaten in den Vorstand des Kulturverbands gewählt worden.

Beim Mitgliederbeitrag einigte man sich auf 50 Franken für natürliche Personen – juristische Personen sind ab 150 Franken dabei, man kann auch Gönner werden. Wohnsitz und Beruf der Mitglieder spielen keine Rolle. Jede und jeder, der die Kultur unterstützen möchte sei willkommen. Möge Jürg Degen recht bekommen mit seinem Wunsch: «Kunst- und Kulturinteressierten sind künftig eine nicht mehr übersehbare Kraft».

Zur Homepage des Interessensverbandes geht es HIER.