In Basel leben laut Oliver Bolliger, Leiter der Suchthilfe Region Basel, rund 1500 bis 2500 Süchtige, die illegale Drogen konsumieren. «Die Zahl derer, die an legalen Süchten wie Alkohol oder Glücksspiel leiden, ist weitaus höher.» Süchtige Menschen finden in der Beratung der Suchthilfe nicht nur die Möglichkeit, sich ihrem Problem zu stellen, sie werden auch in der Nachsorge betreut. «Ziel dieser Nachberatung ist es, den Betroffenen zu helfen, ihr Leben wieder eigenständig führen zu können», sagt Pascale Arlt, Sozialarbeiterin im Beratungszentrum Basel. Um der Wichtigkeit der Nachsorge Nachdruck zu verleihen, hat die «Dachorganisation der Suchthilfe ART74», dem die Basler Sektion angehört, den 18. September 2012 zum «Ersten nationalen Tag der Nachsorge» ausgerufen.

Hilfe in Alltagsfragen

Damit nach dem Ende einer Therapie nicht ein Rückfall in alte Verhaltensmuster droht, ist die Nachsorge wichtig. «Die Nachberatung wird von Fachpersonen der sozialen Arbeit geleitet», sagt Arlt. Diese hätten Erfahrungen im Schuldenbereich und der sozialen Integration.

Neben dem Umgang mit dem Suchtmittel stellen sich viele Alltagsfragen. Wohnen, Arbeit, Finanzen und soziale Einbindung werden in Gesprächen mit den Betroffenen thematisiert. Vielen Suchtkranken ist eine Problematik eigen, die diese Integration erschwert: Es fehlt eine Berufsausbildung oder -erfahrung, Altlasten wie Betreibungsregistereinträge hängen an den Betroffenen, es fehlen Lösungen für die persönliche Problembewältigung. Personen, die als Jugendliche süchtig wurden, müssten häufig noch erwachsen werden. Durch die verschiedenen Herausforderungen sind Rückfälle möglich. Diese gefährden die soziale Integration und die Gesundheit der Betroffenen. Mit neuen Perspektiven liessen sich Rückfälle verhindern. Dies sei nicht nur für die betroffenen Personen besser, sondern nutze auch der Gesellschaft, die die Kosten trage, sagt Arlt.

Tag soll Beachtung bringen

Im Kanton Basel-Stadt gibt es für ehemalige abhängige Personen seit 32 Jahren ein Nachsorgeangebot, dieses ist in den Dienstleistungen der Suchthilfe Basel integriert. Momentan werden rund 100 Personen betreut. Das Angebot ist kostenlos und steht Betroffenen mit Wohnsitz Basel und jenen aus den Kantonen Baselland, Aargau und Solothurn offen, wenn sie IV-Leistungen beziehen. Neben Subventionen von Basel-Stadt wird das Angebot mit Geldern des Bundesamtes für Sozialversicherungen mitfinanziert. Das macht die Betreuung von Personen aus den umliegenden Kantonen möglich.