Gerade mal die Hälfte der Mitglieder der Bildungs-, Kultur und Sportkommission (BKSK) – deren sechs – empfehlen dem Landrat, die Vorlage aus der Direktion von Monica Gschwind anzunehmen. Zwei enthielten sich und vier stimmten dagegen. Dies zeigt, wie umstritten das Vorhaben ist, aus Spargründen in Baselland an den Klassengrössen und den Schulkreisen zu schrauben.

Konkret geht es darum, drei neue Bestimmungen ins Bildungsgesetz zu schreiben: Künftig darf man in Einzelfällen und mit Bewilligung aus Liestal Sekundarklassen mit mehr als 24 Schülern bilden. Die Bildungsdirektion kann zusätzliche Lektionen bewilligen, wenn eine Sekundarschulklasse zu gross ist. Sollte dies nicht ausreichen, wären unter der Bezeichnung «SOS-Ressourcen» zusätzliche Unterstützungsmassnahmen möglich. Weiter will man die Schüler so auf die Klassen verteilen, dass überall die Klassen voll sind, und es so insgesamt weniger Klassen braucht. Das bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler nicht mehr automatisch ins nächstgelegene Schulhaus gehen, sondern allenfalls einen weiteren Schulweg in Kauf nehmen müssen.

Auch für die Primarschulen?

Der am Mittwoch veröffentlichte Bericht der BKSK zeigt, dass deren knappe Mehrheit die damit ermöglichten jährlichen Einsparungen begrüsst. In der Diskussion wurde sogar die Frage aufgeworfen, ob man diese Massnahmen nicht auch auf Primarstufe umsetzen könnte. Die Antwort der anwesenden leitenden Mitarbeiter der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) dürfte noch zu Diskussionen führen: «Die Anpassung der Regelungen auf Primarstufe soll separat in einem zweiten Schritt erfolgen.» Bereits bezüglich der Massnahmen auf Sekundarstufe gingen in der Beratung der BKSK die Meinungen weit auseinander.

Für die einen geht es um vertretbare Optimierungen. Die anderen sehen darin einen Abbau im Bildungsbereich. Sie argumentieren, dass beispielsweise durch Klassen, die von Anfang an randvoll sind, es zu wenig Spielraum gebe, neue Schüler, beispielsweise aus Kleinklassen, zu integrieren. Damit entstünden Folgekosten. Zudem verschlechtere sich mit der Klassengrösse das Betreuungsverhältnis für die einzelnen Schülerinnen und Schüler.

Neben kleineren redaktionellen Präzisierungen schlägt die BKSK darum vor, dass die Bildungsdirektion die Anzahl Klassen nicht «im Rahmen der Budgetbeschlüsse des Landrates» bewilligen soll. Sie schwächt somit den Vorrang der Finanzen über die Pädagogik graduell etwas ab.