Seit etwas mehr als drei Jahren erfüllt der Hochwasserdamm im Allschwiler Mühlitäli seinen Dienst, jetzt liegt die Schlussabrechnung vor. Mit Gesamtkosten von 7,5 Millionen Franken schliesst sie rund 47000 Franken unter dem bewilligten Kredit ab. Hinter der vermeintlichen Punktlandung verbirgt sich jedoch eine beträchtliche Überschreitung des Kostenrahmens: Der Kredit von 7,5 Millionen Franken war ursprünglich nicht nur für den Damm am Mühlebach und den Amphibienschutz im Mühlitäli, sondern auch für ein Rückhaltebecken am Lützelbach gedacht.

Schon etliche Zeit vor der Inbetriebnahme des Dammes im Mühlitäli im November 2007 zeichneten sich allein schon für den Bereich Mühlebach massive Mehrkosten ab. Bei der Einweihung des Rückhaltebeckens «Isigs Brüggli» ging Bau- und Umweltschutzdirektor Jörg Krähenbühl von einer Kostenüberschreitung von rund zwei Millionen Franken aus und schätzte die Endkosten für das Gesamtprojekt auf neun Millionen Franken. Der Landrat hatte im Mai 2003 einen Kredit von 7,09 Millionen Franken bewilligt.

Neue Vorlage, neuer Kredit

Für den Bereich Lützelbach wird es nun eine separate Vorlage mit einem neuen Kredit geben. Am Gesamtkonzept hat sich jedoch nichts geändert: Nach wie vor sei am Lützelbach ein Damm mit Rückhaltebecken geplant, sagt Jaroslav Misun, Leiter des Geschäftsbereichs Wasserbau im kantonalen Tiefbauamt. Zwar habe der Lützelbach ein kleineres Einzugsgebiet als der Mühlebach, doch bestehe ohne Rückhaltebecken die Gefahr, dass es bei starken Niederschlägen zu Überschwemmungen kommen könnte. In den letzten Wochen und Monaten führte der Bach oft sehr viel Wasser, kritisch war die Situation aber nie.

Wo genau der Damm mit Rückhaltebecken gebaut werden soll, ist im Moment noch offen. «Es liegen verschiedene Varianten vor, die Gegenstand für Diskussionen mit der Gemeinde Allschwil sind», sagt Misun. Ein nächstes Gespräch zwischen Vertretern des Kantons und der Gemeinde ist für Anfang Februar vorgesehen. Ursprünglich war eine Geländemulde im Bereich der Verzweigung Mooshagweg/Leimgrubenweg als Standort vorgesehen. Davon rückte der Kanton wegen einer Abfalldeponie im Bereich des Stauraums ab.

990000 Franken für Bauarbeiten

Da für den neuen Standort kein Projekt vorliegt, lassen sich auch die Kosten noch nicht beziffern. In der nun abgeschlossenen Vorlage «Hochwasserschutz Dorf und Amphibienschutz Mühlitäli in Allschwil» waren für die Bauarbeiten am Lützelbach 990000 Franken vorgesehen. Wann mit der Realisierung begonnen werden könnte, scheint noch völlig in den Sternen zu stehen.