OK-Präsident Jürg Roth ist rundum zufrieden an diesem Sonntagnachmittag. «Das ist doch einfach nur verrückt, was ihr da macht», sei nur eine der vielen positiven Rückmeldungen gewesen, die er erhalten habe. Das Lausner Dorffest ziehe die Leute in Scharen an. «Heute läufts irrsinnig.» Sagts und strahlt mit der Sonne um die Wette.

Der immense Andrang bringt aber auch einige Problemchen mit sich. Auf die Küchenteams der 32 Festbeizli wird ziemlich Druck ausgeübt. Da steht man auch mal 20 Minuten an für einen Hamburger.

Freunde treffen

Mit ihrem gesunden Appetit versetzten die Besucher die Dorffest-Macher bereits am Freitagabend in Staunen. In der Festwirtschaft der Feuerwehr und des Schützenvereins gingen Chili con Carne und Braten aus. Die Gäste hatten bereits so viel gegessen, wie die Küchenmannschaft für alle drei Tage budgetiert hatte. Nach einer Stunde, so Roth, sei das Versorgungs-Engpässchen aber wieder behoben gewesen.

Von Engpässen ist heute nichts zu spüren: Gut gelaunt schlendern die Besucher über die Unterdorfstrasse. Dorffest-Besucherin Martina dippt ihre Pommes in die Mayonnaise, während sie mit einer Bekannten über ihren Yorkshire redet. «Richtig gut gefallen hat mir, dass ich sehr viele Freunde angetroffen habe», sagt sie, «es ist fast wie an der Fasnacht.» Und ihre Freundin Michèle mag es, dass die Beizli und Buden nicht «so strikt in Reih und Glied angeordnet sind».

Sehr kinderfreundlich

Auf dem Weg zum Lunapark sind die beiden Primarschüler Fabrice und Jérôme anzutreffen. Ihre Highlights: «Das Riesenrad, die Fussballstationen, die grosse Rutschbahn – wir sind schon den zweiten Tag hier.» Mit zwei weiteren Kindern im Schlepptau ist Simon gekommen. «Eine Qualität dieses Dorffestes besteht darin, dass es sehr kinderfreundlich ist.» Darauf will OK-Präsident Jürg Roth ganz speziell ein Auge geworfen haben, «denn unser neuer Spielplatz gab letztlich den Anstoss, dieses Dorffest auf die Beine zu stellen».

Ein sehr schmucker Spielplatz ist es geworden, der das im Volksmund «Militär-Kampfbahn» genannte Vorgängermodell ersetzt. Die Hälfte des Dorffest-Gewinns fliesst in die Finanzierung dieses neuen Spielplatzes. Die Kinder haben ihn bereits in Beschlag genommen, wie das gesamte Lausner Kinderland mit Streichelzoo, Hüpfburg und Kletterwand.

Es geht heiss zu und her

«Am Samstag hatten wir ein Riesenglück, dass es zwar regnete, jedoch nie stark», sagt Roth. Abends wurde es dann ziemlich kühl. Sonst wäre wohl noch das eine oder andere Bier mehr gezapft worden. Glück hatte auch der FC Lausen. In der Nacht auf Sonntag kam es in seinem Klubhaus zu einem Brand, der gemäss Baselbieter Polizei von verbranntem Dekorationsmaterial im Cheminée ausging. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr hatte die Lage schnell unter Kontrolle.

Einige Stunden nach dem Brand war Lausen wieder selig. Der ökumenische Festgottesdienst konnte vor vollen Rängen abgehalten werden. Sicher wegen der einzigartigen Atmosphäre. Aber natürlich auch, weil die Dixieband Steppin Stompers mittat. Die hat inzwischen ja auch einen gewissen Kultstatus.