Wenn man auf diese Weise die Bauzeit so kurz wie möglich halten könne, sei eine Verschiebung vernünftig, erklärt Peter Eglin. Der Hölsteiner Gemeinderat hat Verständnis für den Entscheid des Baselbieter Tiefbauamtes: Die beiden Bahnübergänge im Dorfzentrum an der Lindenbrücke und der Gwaggenbrücke sollten eigentlich dieses Jahr abgesichert werden. Nun gab der Kanton bekannt, die Arbeiten wegen des Witterungsrisikos in den kalten Monaten erst im kommenden Frühling durchzuführen.

Die Standorte in Hölstein sind zwei von insgesamt 18 Bahnübergängen auf der Strecke der Waldenburgerbahn, die sicherer werden müssen. Dies sei eine Bestimmung des Bundes und dessen verschärftem Eisenbahngesetz, sagt Daniel Schoop vom Geschäftsbereich Verkehrsinfrastruktur des Tiefbauamtes. Seit mehreren Jahren werden nach und nach Bahnübergänge entweder mit Schrankenanlagen versehen oder aufgehoben.

Die Sanierungen sind Teil der sogenannten Massnahmen Bahnübergänge des Kantons Baselland, für die er rund zwanzig Millionen Franken ausgibt. Gut die Hälfte der Kosten entfallen auf Bahnübergänge der Waldenburgerbahn, der Rest auf solche auf dem Netz der Baselland Transport AG.

Die Unfallgefahr reduzieren

Mittlerweile sind zwölf Bahnübergänge der roten Schmalspurbahn zwischen Liestal und Waldenburg abgesichert worden. Vor wenigen Wochen wurde am Bahnübergang Hirschlang in Niederdorf die bislang letzte Schrankenanlage installiert. Zuvor stand dort lediglich ein Andreaskreuz. Weitere Barrieren sollen ab Ende November am Bahnübergang Weidbächli im südlichen Gemeindegebiet von Hölstein und ab Ende Jahr am Bahnübergang Bennwilerstrasse in Niederdorf für mehr Sicherheit sorgen.

Gerade an Letzterem ereigneten sich in der Vergangenheit mehrere Unfälle. Durch die Installation von Schrankenanlagen soll die Gefahr von Kollisionen reduziert werden. Beim Bahnübergang Lampenberg Nord ist dies laut Peter Widmer, Direktor der Waldenburgerbahn AG, geschehen. Der Übergang galt einst als Unfall-Hotspot auf der rund 13 Kilometer langen Strecke. Im April 2012 forderte der Zusammenstoss zwischen einem Lieferwagen und einem Zug der Waldenburgerbahn im Gebiet Neuhof ein Todesopfer. Von den fünf dortigen Übergängen hob man vier auf und sicherte den verbliebenen mit einer Schrankenanlage. Verschwinden wird zudem bald der Bahnübergang Schützenhaus in Hölstein.

Alle Projekte sind eingereicht

Bereits bevor die Massnahmen Bahnübergänge lanciert wurden, war rund ein Drittel aller insgesamt 41 Bahnübergänge mit technischen Anlagen ausgerüstet. «Neben Schrankenanlagen handelt es sich dabei auch um Blinklichtanlagen und Lichtsignalanlagen», erläutert Peter Widmer. Heute seien es dank den Anstrengungen der vergangenen Jahre beinahe zwei Drittel.

Wann sämtliche vorgesehenen Bahnübergänge fertig saniert sind, kann Schoop noch nicht sagen. Zwar habe man alle Projekte beim Bundesamt für Verkehr eingereicht, jedoch noch nicht für alle eine Genehmigung erhalten. Nach dem Abschluss der Massnahmen habe man nicht vor, die dann noch ungesicherten Übergänge mit Sicherungsanlagen zu versehen. Bei Übergängen im Strassenbahnbereich, wie zum Beispiel der Ortsdurchfahrt Oberdorf, seien gemäss Peter Widmer keine Sicherungsanlagen zu installieren.