Ein Autofahrer ist zu Recht im Baselbiet zu einer bedingten Geldstrafe von 54 000 Franken sowie einer Busse von 600 Franken verurteilt worden, weil er übermüdet und alkoholisiert eine Radfahrerin totgefahren hat. Dies hat das Bundesgericht entschieden.

Der schwere Unfall hatte sich am 15. Juni 2013 kurz nach 9 Uhr, ereignet. Ein damals 58-jähriger Automobilist war mit seinem Fahrzeug auf der Hofackerstrasse in Muttenz unterwegs. Auf der Höhe der Liegenschaft 37 geriet der Lenker auf die linke Strassenhälfte und rammte frontal eine 68-jährige Radfahrerin. Die Frau erlitt beim Aufprall verschiedene lebensgefährliche Verletzungen und verstarb noch gleichentags im Basler Universitätsspital.

Das Baselbieter Strafgerichtspräsidium verurteilte anschliessend den Lenker wegen fahrlässiger Tötung, grober Verletzung von Verkehrsregeln und Fahrens in fahrunfähigem Zustand zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 150 Franken sowie zu einer Busse von 600 Franken. Die Staatsanwaltschaft war mit dieser milden Strafe nicht einverstanden und zog den Fall ans Kantonsgericht weiter. Dieses bestätigte die Schuldsprüche und erhöhte die bedingte Geldstrafe auf 360 Tagessätze zu je 150 Franken – total 54 000 Franken. Das Gericht warf insbesondere in die Waagschale, dass der Lenker am Vorabend des schweren Unfalls bis um 2 Uhr in der Nacht Alkohol getrunken und sich am Morgen stark übermüdet und mit einem Alkoholpegel von 0,51 Promille hinters Steuer gesetzt hatte.

Willkürlich urteilender Richter?

Der verurteilte Lenker erhob dagegen Beschwerde ans Bundesgericht. Er warf dem Kantonsgericht vor, willkürlich geurteilt und ihm eine zu harte Strafe aufgebürdet zu haben. Der Gerichtspräsident sei bekannt dafür, öffentlich strengere Strafen zu fordern; es müsse daher an seiner Objektivität gezweifelt werden. Auch habe das Gericht eine Vorstrafe wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln aus dem Jahr 2009 bei der Strafzumessung zu stark gewichtet und im Gegenzug zu wenig berücksichtigt, dass er als vorbildlicher Berufsmann bekannt sei, über einen tadellosen Leumund verfüge, sich einsichtig zeige und den Unfall zutiefst bedaure. Das Bundesgericht hat diese Beschwerde jedoch abgewiesen.

Das Kantonsgericht «setzt sich mit den wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander und würdigt diese zutreffend», heisst es im Urteil aus Lausanne. Das Argument des Lenkers, es hätte stärker berücksichtigt werden müssen, dass er selten Alkohol trinke und er deshalb seine Fahrtauglichkeit falsch eingeschätzt habe, liess das Bundesgericht nicht gelten. (upi)