Die Uni Basel kommt ins Baselbiet. Gibt es etwa doch plötzlich einen Standort beim Bahnhof Liestal, wo man gerne angehende Juristen und Wirtschaftswissenschaftler unterrichten wollte? Was wie die Erfüllung eines Traums vieler im Baselland klingt, ist in Wirklichkeit eine Charmeoffensive der Universität selber. Unipolitik im Kleinen sozusagen. Mit Besuchen auf lokalen Märkten in der Gunst der Einwohnerinnen und Einwohner steigen: Dies ist ein Weg mit Hindernissen, wie sich zeigt.

An acht Märkten im Baselbiet will sie noch in diesem Jahr mit ihren Mitarbeitenden vor Ort sein. Der Zeitpunkt, an dem die Uni ins Baselland fahren will, ist interessant: Steht doch noch immer der Ausgang der Verhandlungen bezüglich der Unigelder zwischen den Kantonen aus. An diesen soll die künftige Finanzierung der Uni Basel neu verhandelt werden. Der Kanton Baselland will ja bekanntlich weniger Geld zum Betrieb der Universität Basel beitragen.
Ab kommendem Jahr möchte der Kanton Baselland 25 Millionen weniger an die Uni beitragen. Conradin Cramer, Regierungsrat Basel-Stadt, machte vor drei Wochen Hoffnung darauf, dass sich Basel-Stadt und Baselland bald auf eine Leistungsvereinbarung verständigen können.

Angestellte an den Ständen

Noch während diese Diskussionen laufen, plant nun also die Universität, im Baselbiet vermehrt präsent zu sein. Ein Zufall kann der gewählte Zeitpunkt ja kaum sein? «Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Zeitpunkt der Aktion mit der Finanzierungsdebatte zusammenhängt», sagt Mediensprecher Matthias Geering von der Uni Basel. Doch es soll nicht bei einer einmaligen Sache bleiben. «Wir werden nicht damit aufhören, wenn die Leistungsvereinbarung gemacht ist», so Geering. Das Ziel sei es, langfristig an Märkten im Baselbiet vor Ort zu sein.

Uni-Sprecher Matthias Geering sagt, die Baselbieter Uni-Angestellten sollen in ihren jeweiligen Heimatgemeinden an den Märkten werben.

Uni-Sprecher Matthias Geering sagt, die Baselbieter Uni-Angestellten sollen in ihren jeweiligen Heimatgemeinden an den Märkten werben.

Doch was verspricht sich die Uni vom Besuch im Landkanton? «Wir wollen die Uni besser sichtbar machen», sagt Geering. Und dies am liebsten so, dass ein Teil der Uni-Angestellten an den Märkten in ihren jeweiligen Wohngemeinden vor Ort sind. Auswahl hat die Uni auf diesem Gebiet genug: Momentan arbeiten rund 1000 Baselbieterinnen und Baselbieter an der Uni Basel. Das ist immerhin ungefähr ein Fünftel aller Angestellten. Im August will die Uni in Reinach und Liestal am Markt teilnehmen. Im September dann in Allschwil, Laufen, Birsfelden und Reigoldswil. Im Oktober zudem noch am Markt in Gelterkinden.

Klappt’s in diesem Jahr nicht?

Ganz so einfach, an den Märkten präsent zu sein, ist es für die Uni allerdings nicht. Eine erste Absage hat sie bereits erhalten: «In Sissach werden wir nicht dabei sein, weil bereits 70 Marktfahrer auf einen Standplatz warten», sagt Geering. Man wolle auch niemandem den Platz wegnehmen, der auf Märkten seinen Lebensunterhalt verdient. Für die weiteren geplanten Marktauftritte gibt es ebenfalls noch keine Bestätigung. «Wenn es in diesem Jahr nicht klappt, dann halt im nächsten Jahr», so Matthias Geering.

Bereits im letzten Jahr war die Uni im Landkanton unterwegs. So wurde etwa in Liestal eine Life-Science-Veranstaltung abgehalten. Oder in Gelterkinden, wo eine Ausstellung zur Nano-Forschung stattfand. Und die Veranstaltungen liefen offenbar zufriedenstellend, wie Matthias Geering sagt:«Die Rückmeldungen waren jeweils so gut, dass wir beschlossen haben, das Engagement auszubauen.»