Nachdem der Kantonale Krisenstab des Kantons Baselland am Donnerstag ein absolutes Feuerverbot im Wald und am Waldrand mit einem Mindestabstand von 200 Metern verfügt hat, reagieren nun immer mehr Gemeinden mit eigenen Entscheiden. Am Weitesten gehen Therwil und Kaiseraugst (AG): Sie sprechen ein generelles Feuer- und Feuerwerksverbot auf ihrem Gemeindegebiet aus. Sissach verzichtet auf ein Verbot, bittet seine Einwohner aber, auf Gemeindegebiet kein Feuerwerk zu zünden.

Andere Orte verzichten dagegen «nur» auf die grossen Feuerwerke oder Höhenfeuer ihrer Bundesfeiern. Es sind dies unter anderem Allschwil (das gestern noch am Feuerwerk festgehalten hatte), Muttenz, Binningen, Birsfelden und Arboldswil. Auf Anfrage an ihrem Programm festhalten möchten dagegen Liestal mit einem Feuerwerk auf der Sichtern und Oberwil mit einem speziellen Feuertanz auf dem Schulhausplatz. Laufen wird erst am Montag entscheiden, ob das grosse Feuerwerk stattfinden kann.

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Das war der Stand von gestern:

Nun sind wir bereits bei Stufe 4 von 5 angelangt: Die Verantwortlichen der Kantone Basel-Stadt und Baselland schätzen die Gefahr von Waldbränden wegen der anhaltenden Trockenheit mittlerweile als «gross» ein. Heute Donnerstag verhängten sie deshalb ein absolutes Feuerverbot im Wald und an Waldrändern. Es gilt auch für fest eingerichtete Feuerstellen.
Das Verbot geht aber noch weiter und verlangt einen Mindestabstand vom Waldrand von immerhin 200 Metern. Damit betrifft es auch mehrere geplante Höhenfeuer und Grossfeuerwerke vom 31. Juli oder 1. August. Explizit verzichtet haben beide Basel – wie auch der Aargau – auf ein komplettes Feuerverbot. Nur sogenannte Himmelslaternen, bei denen eine Kerze in einem Papierballon in die Luft steigt, sind grundsätzlich verboten. Der Kanton Solothurn geht einen Schritt weiter und schliesst auch sämtliche Höhen- und 1.-August-Feuer ins Verbot mit ein. Nur Feuerwerk ist dort unter Berücksichtigung des Mindestabstands erlaubt.


Ein einheitliches Bild zeichnet sich dennoch nicht, denn die Gemeinden sind frei, die Weisung noch zu verschärfen. Während die offizielle Bundesfeier auf dem Bruderholz nicht auf ihr Höhenfeuer verzichten muss, reagierten bereits gestern mehrere Gemeinden mit Absagen. Sissach teilt mit, dass auf Gemeindegebiet auch Höhenfeuer verboten sind. Dies betrifft beispielsweise jene auf der Sissacherfluh oder im Rebberg. Zudem bittet die Gemeinde die Bevölkerung, generell auf das Abbrennen von Feuerwerk und Feuerwerkskörpern im ganzen Siedlungsgebiet zu verzichten. Therwil wird «höchstwahrscheinlich» ein komplettes Feuer- und Feuerwerksverbot erlassen, wie Gemeindeverwalter Eduard Löw auf Anfrage bestätigt. Es fehle nur noch der abschliessende Entscheid des Gemeinderats.


Verantwortung liegt bei den Gemeinden


Etwas weniger weit geht Bettingen, wo bloss das geplante Höhenfeuer wegen der geringen Distanz zum Wald nicht durchgeführt wird. Auch Birsfelden verzichtet auf sein 1.-August-Feuer auf der Kraftwerkinsel. In Allschwil hingegen hält man sich bis jetzt an den kantonalen Wortlaut und erlaubt alles, sofern der Abstand von 200 Metern eingehalten wird. Inwiefern davon die eigene Bundesfeier auf der Läubern betroffen ist, werde zurzeit noch abgeklärt, sagt Gemeindeverwalter Patrick Dill: «Im Moment gehe ich aber davon aus, dass wir mit unserem grossen Feuerwerk die Abstände einhalten.»


Dass nicht alle Gemeinden gleich vorgehen müssen, ist durchaus gewollt, wie Ueli Meier vom Amt für Wald beider Basel sagt: «Sie sollen bewusst ihre Entscheidungs-Verantwortung wahrnehmen.» Damit reagiert Meier auch darauf, dass sich Gemeinden gemeldet und ein komplettes Feuerverbot gefordert hätten. «Wir wissen, dass es eine Gratwanderung ist, doch wir wollen auch Rücksicht auf die Festivitäten nehmen. So ermöglichen wir den Gemeinden, die grossen Feuer umzuplatzieren oder einen zentralen Abbrennplatz auch für Private einzurichten.»


Dass der Kantonale Krisenstab Baselland doch noch vor den Feierlichkeiten ein komplettes Feuerverbot ausruft, ist laut Meier unwahrscheinlich: «Dazu bräuchte es Temperaturen von 35 Grad sowie starken Wind.»