Die Migros kann im Grüssen-Areal in Pratteln keinen Obi-Baumarkt bauen – zumindest vorläufig nicht. Der Einwohnerrat annullierte am Montagabend den Quartierplan, den es dafür gebraucht hätte. Grund ist ein Bundesgerichtsurteil von vor zwei Jahren. Dieses besagt, dass das Grüssen-Areal erst besser für Velofahrer erreichbar sein muss, bevor man dort neue Gewerbebauten erstellt, die viel Publikum anziehen.

Das Urteil betraf zwar zwei andere Areale im Grüssen. Aber der Gemeinderat und jetzt der Einwohnerrat kamen aufgrund des Urteils zum Schluss, dass der Obi-Quartierplan vor Gericht nicht standhalten würde. Sie befürchten nämlich, dass der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) wieder Einsprache erhebt.

Die Migros möchte seit 2005 in Pratteln einen Obi bauen. Bereits 2007 war ein Quartierplan für ungültig erklärt worden, wegen mangelnder Anbindung an den öffentlichen Verkehr, damals wie jetzt aufgrund von Einsprachen des VCS. «Der VCS ist eine Glaskugel», sagte dazu der Gemeinderat Rolf Wehrli (FDP) vor dem Einwohnerrat. «Er findet immer einen Grund für eine Einsprache, und vor Gericht hat er immer Recht.»

Laut Gemeinderat hält der Grossverteiler an seinem Vorhaben fest. Zusammen will man einen neuen Quartierplan erarbeiten, der den Veloverkehr berücksichtigt. Wegen der Verzögerung entgehen der Gemeinde jährlich 700 000 Franken Baurechtzins. Unklar ist, was mit den vom Volk genehmigten 8,5 Millionen Franken für die Altlastensanierung geschieht.