Das Dornacher Gartenbad Weiden nahe der Birs erhielt von der Gemeinde eine Rosskur spendiert. Knapp zwei Millionen Franken wurden investiert, um die im Volksmund «Glungge» genannte Anlage zu sanieren. Vor drei Wochen – deutlich später als sonst – eröffnete das Schwimmbad nach den Bauarbeiten die Saison.

Vielleicht hätte man mit der Wiedereröffnung des Gartenbads noch ein bisschen länger warten sollen. «Wenn schon zwei Millionen Franken ausgegeben werden, dann sollten die Verantwortlichen auch sicherstellen, dass die Leitungen dicht sind», ärgert sich ein früherer stellvertretender Brunnenmeister von Dornach. Als er kürzlich mit seinem Hund am Schwimmbad vorbeispazierte, sah er, dass ein Becken mit dem Feuerwehrschlauch nachgefüllt wurde. «Das ist sehr ungewöhnlich, weshalb in mir der Verdacht aufkam, dass Wasser aus dem Bassin verschwindet.» Der ehemalige Gemeindemitarbeiter wandte sich an die Dornacher Bauverwaltung. «Dort bestätigte mir eine Mitarbeiterin, dass Leitungen des Beckens undicht seien.» Das austretende Wasser sei kontaminiert, da es zuvor durch die Wasseraufbereitungsanlage des Schwimmbads geflossen sei, erklärt er. «Es fliesst also kontaminiertes Wasser unterirdisch ins Grundwasser», ist für ihn klar. Und das nur wenige Meter neben der Birs.

Das Bassin müsse immer voll sein

Die besagte Mitarbeiterin, welche dem einstigen stellvertretenden Brunnenmeister bestätigt haben soll, dass Leitungen undicht sind, weilt derzeit in den Ferien. Für diese Zeitung war sie deshalb gestern Nachmittag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bei der Gemeinde Dornach wollte – mit dem Verweis darauf, dass nur Gemeindepräsident Christian Schlatter gegenüber den Medien Auskunft gibt – niemand zitiert werden. Nur ist auch dieser derzeit im Urlaub und konnte aktuell keine Statements liefern. Schlatter kündigte jedoch an, heute Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen.

Für den Informanten ist hingegen klar: «Auf der Gemeinde haben sie Muffensausen gekriegt.» Seiner Meinung nach hätte man das Schwimmbad noch gar nicht öffnen dürfen. «Die Verantwortlichen hätten die Leitungen besser überprüfen sollen.» Er vermutet, dass die Vorabklärungen mangelhaft waren.

Es dürfe einfach nicht sein, dass Schwimmbadwasser ins Grundwasser gelangt, sagt er. Einerseits, weil dadurch das Grundwasser verschmutzt werde, und andererseits, weil so viel sauberes Trinkwasser benutzt werde, um den Normalzustand im Becken zu erreichen. «Das Bassin muss immer voll sein, damit die Zirkulation gewährleistet ist», erklärt der Fachmann. Sei zu wenig Wasser im Becken, funktioniere die Aufbereitung nicht mehr reibungslos. So könne die optimale Qualität des Wassers nicht mehr gewährleistet werden.

Der frühere Brunnenmeister hat sich mit seinem Anliegen letzte Woche an den Kanton Solothurn gewandt. «Sie haben mir gesagt, dass sie von der Gemeinde Dornach Unterlagen zur Sanierung des Gartenbads Weiden einfordern werden», erklärt er. Philipp Staufer, Abteilungsleiter Wasser beim Solothurner Amt für Umwelt, teilt auf Anfrage mit: «Unsere Kollegen von der Lebensmittelkontrolle werden vor Ort kontrollieren.»