Die neue Version des Voranschlags 2017 mit einem Fehlbetrag von 380 000 Franken ist von der Reigoldswiler Gemeindeversammlung (GV) einstimmig genehmigt worden. Auch der für dieses Jahr unverändert geltende Steuersatz von 64 Prozent und die Gebührenansätze passierten ohne Gegenmehr. Die rund 60 Stimmberechtigten belohnten damit den jüngsten Effort des Gemeinderats, nachdem die GV Anfang letzten Dezember das Budget deutlich zurückgewiesen und einen höheren Steuerfuss von 66 Prozent klar abgelehnt hatten.

So harmonisch, wie es das Resultat erahnen könnte, verlief die Budgetdebatte am Montagabend aber doch nicht. Anstoss dazu gaben die halbierten Vereinsbeiträge, immerhin 14 425 Franken. Ein Aktivmitglied des Musikvereins findet diese Kürzung «happig», habe ihr Verein doch grosse Ausgaben. Er beantragte deshalb, auf dieses Streichkonzert zu verzichten. Landrat Hansruedi Wirz und alt Gemeindepräsident Hans-Rudolf Sutter unterstützten diesen Antrag. Sutter lobte zudem die Arbeit der Exekutive, die innert zweier Monate das abgelehnte Budget unter die Lupe genommen und weiteres Sparpotenzial ausgemacht habe.

Schule nagt am Hungertuch

Zwei Votanten wehrten sich gegen den Antrag. Eine Frau meinte, den Vereinen werde schon die Infrastruktur kostenlos zur Verfügung gestellt und sie könnten im Mitteilungsblatt regelmässig Gratisinserate schalten. «Vereine sollten auch ohne Subventionen existieren können», schob sie nach. Alle müssten den Gürtel enger schnallen, stellte sich ein Stimmbürger gegen den Antrag. Dieser scheiterte dann knapp; 24 stimmten gegen eine Kürzung, 27 stellten sich hinter den Gemeinderat.

In der Bildung müssen weitere 12 000 Franken eingespart werden. Laut Gemeindepräsident Urs Casagrande erfolgten die Vorschläge von der Schulleitung in Absprache mit dem Schulrat. Dessen Präsident Patrick Zeller zeichnete ein düsteres Bild. Für die Bibliothek würden keine Bücher und keine neuen Medien mehr gekauft, kaputte Stühle würden geflickt. «Ersatzteile für defekte Hellraumprojektoren können keine gekauft werden, weil wir das dafür nötige Geld sparen müssen. Wir hoffen nun, dass wir mit Teilen von fünf Projektoren mindestens ein funktionstüchtiges Gerät hinkriegen», erklärte Zeller.

Mit einem Hammer wartete Casagrande zum Schluss auf: «Wir diskutieren hier darum, wie wir ein paar tausend Franken sparen können. Und just heute erhielten wir vom Kanton einen Brief. In diesem werden wir aufgefordert, in der Rechnung 2016 eine Rückstellung von 340 000 Franken zu tätigen für die Pensionskasse, und dies nur für Lehrer», machte der Gemeindepräsident seinem Unmut Luft.