Er hat schon einiges auf dem Kerbholz: Diverse Strassenverkehrsdelikte trotz fehlendem Führerausweis, Einbrüche in Kioske und Restaurants, dazu ist er nebst Drogenkonsum auch aufgefallen, weil man bei ihm Kinderpornos sowie Kinderkleider gefunden hat. Frühere Verfahren vor dem Zürcher Jugendgericht haben nichts gefruchtet, obwohl er auch einmal in einer geschlossenen Erziehungseinrichtung untergebracht worden war.

Im letzten Oktober wurde er vom Strafgericht in Liestal zum ersten Mal von einem Erwachsenengericht verurteilt. Überraschenderweise beliess man es bei einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Diese wurden zugunsten einer ambulanten Massnahme aufgeschoben. Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gutachter hatten damals eine Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt beantragt.

Gestern verhandelte das Kantonsgericht den Fall, weil die Staatsanwaltschaft den Fall weitergezogen hatte. Sie sah bei den Diebstählen ein bandenmässiges Vorgehen und verlangte ein höheres Strafmass von 24 Monaten.

Zusammen mit drei anderen Kumpeln hatte er im August 2011 etwa im Schwimmbadkiosk in Sissach eingebrochen. Die Tour führte in derselben Nacht auch nach Maisprach, Buus und Möhlin. In einem Restaurant bedienten sie sich nicht nur an den Esswaren, sondern sorgten auch noch für hohe Reinigungskosten, indem sie mit einem Schaumfeuerlöscher herumspielten. Auch den Kiosk in Sissach hatten sie mit Esswaren verschmiert. «Ist das nötig, den Eigentümer noch zusätzlich so zu schikanieren?», fragte Gerichtspräsident Dieter Eglin den jungen Mann gestern. «Nein, eigentlich finde ich das blöd», sagte er kleinlaut.

Inzwischen hat er seine Chance genutzt: Seit seiner Verurteilung im Oktober 2013 vor dem Strafgericht in Liestal hörten nicht nur die Delikte auf, sondern er hat inzwischen ein Praktikum in einer Firma begonnen. Nach den Sommerferien beginnt er eine Bürolehre. Sein Arbeitgeber sass während der Verhandlung hinten im Gerichtssaal.

Das Kantonsgericht beliess es bei den 18 Monaten. Die Gruppe sei nicht gut organisiert gewesen, und der Zusammenschluss sei eher spontan geschehen. Die Staatsanwaltschaft kann den Fall noch ans Bundesgericht ziehen.

Allerdings muss der 21-Jährige wegen der Kinderpornos weiterhin eine Therapie besuchen und wird kontrolliert. Der Gutachter sah bei ihm ein hohes Rückfallrisiko, was der Täter verneinte. «In diesem Bereich darf absolut nichts mehr passieren, sonst sind Sie erledigt», warnte ihn Gerichtspräsident Dieter Eglin. Er hat inzwischen eine vier Jahre jüngere Freundin. Seine Sperre wegen der Verkehrsdelikte ist inzwischen abgelaufen, nun will er den Lernfahrausweis machen.