Die Strecke ist nur mehrere hundert Meter lang. Von der Birsbrücke am Birsstegweg bis zum Birsköpfli. Dennoch führt der Sonntagsspaziergang auf der Birsfelder Seite der Birs gleich an drei Stellen vorbei, wo Litteringsünder aufs Gröbste zugeschlagen haben. Egal, ob dies aus Gleichgültigkeit oder Absicht geschah, es ist einfach nur gruusig.

Unter dem Viadukt der Zürcherstrasse wurde offenbar am Samstagabend eine Party gefeiert, die Littering-Überbleibsel sind noch «frisch». Auch auf den folgenden Metern verdirbt eine Spur von leeren Getränke- und Snackverpackungen die gute Sonntagslaune, die der Sonnenschein in Kombination mit dem Birs-Rauschen und den vielen Enten versprochen haben. Wenige Meter neben der zugemüllten Stelle ist ein Abfalleimer montiert, aber der Weg dorthin scheint für die Partygänger zu lange gewesen zu sein.

Wiederum ein paar Meter weiter quillt ein anderer Mülleimer vor Hundekot in den farbigen Robidog-Säcklein über. Vermutlich ist das kein einmaliges Phänomen, hat doch jemand davor einen leeren Abfallsack bereit gestellt. Aber sich nach diesem zu bücken, wäre dann doch zu viel verlangt. Erst recht, sein Hundekot-Päcklein noch ein wenig weiter bis zum nächsten leeren Kübel zu tragen.

Anwohner wehren sich

Wer hier den schönen Privatgärten und Pergolas mit direktem Birsblick entlang spaziert, könnte direkt neidisch werden. Allerdings scheint es mit dem Glück der Anwohner nicht weit her und der Ärger über gewisse undisziplinierte «Hündeler» gross zu sein. Davon legt ein Anschlag beredtes Zeugnis ab, der sich gegen einen ganz bestimmten Säuniggel, den Besitzer eines «grossen Hundes» richtet.

Schliesslich ist dieses Treiben der Littering-Sünder ganz besonders stossend, weil es den Sonntagsspaziergänger in ein höchst persönliches Dilemma stürzt: Soll man jetzt selber für Ordnung sorgen, den Abfall zusammennehmen und dadurch gleichzeitig den eigenen Kids eine wertvolle Lektion in Sachen Umweltbewusstsein erteilen? Die gute Sonntags-Tat wäre damit vollbracht. Oder werden dadurch die Littering-Täter erst recht zu weiteren Untaten ermuntert, wenn sie wissen, dass irgendeine gute Seele eh immer hinter ihnen den Dreck beseitigt?

Super, jetzt noch ein Gewissenskonflikt statt der verdienten Erholung. Wir entscheiden uns fürs Weiterlaufen ... ohne uns nach dem Müll zu bücken.