Dreimal pro Woche ist der Caritas-Bus in Allschwil geöffnet. Im so genannten Markt-Mobil können bedürftige Menschen günstig Lebensmittel einkaufen. Doch damit ist bald Schluss. Weil zu wenig Kunden das Angebot nutzen, wird das rot-weisse Fahrzeug die 20 000-Einwohner-Gemeinde in Kürze verlassen.

Das Aus verkündete aber nicht die Caritas selber, sondern der Allschwiler Gemeinderat Arnold Julier (CVP) am Mittwochabend. An der Einwohnerrats-Sitzung hatte ein Abgeordneter der SP-Fraktion Auskunft über die Zukunft des Mobils verlangt – ihm sei zu Ohren gekommen, dass der Laden auf Rädern nur schwach frequentiert werde und der Fortbestand des Angebots deswegen gefährdet sei.

Laut Julier schliesst das Mobil schon Ende Januar seine Türen endgültig. Das habe der Vorstand von Caritas beider Basel kürzlich mitgeteilt.

Vorzeitiger Abbruch

Caritas verschickte gestern eine Medienmitteilung. Darin bestätigt das Hilfswerk das Ende des Markt-Mobils in der grössten Gemeinde des Baselbiets. «Aufwand und Ertrag stimmen einfach nicht», sagte Bettina Zeugin, Geschäftsleiterin von Caritas beider Basel, gestern auf Anfrage.

Das Hilfswerk hatte das Pilotprojekt erst im vergangenen Mai gestartet, in Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche Allschwil-Schönenbuch und der Gemeinde. Neben der Kirche gehörten unter anderem auch der Swisslos-Fonds Baselland und die Basellandschaftliche Kantonalbank zu den Geldgebern. Der Bus stand auf dem Parkplatz der Kirche St. Peter und Paul. Jeweils an den Montag-, Donnerstag-, und Freitagnachmittagen geöffnet. Das Projekt war auf drei Jahre angelegt und wird nun vorzeitig abgebrochen.

Allschwil war Testmarkt

Allschwil war ausgewählt worden, weil die Gemeinde – wie viele andere Orte im Agglomerationsgürtel auch – mit steigenden Sozialausgaben kämpft. Die Zahl der Sozialhilfe-Bezüger wächst. Hier wollte Caritas testen, wie gross das Bedürfnis nach derartigen mobilen Einrichtungen ist. Diese gibt es auch an anderen Orten der Schweiz – so war der Allschwiler Bus zuvor im Kanton Thurgau unterwegs. «Für uns ist das Kapitel vorerst abgeschlossen», sagt Zeugin. Das Fahrzeug kommt also bis auf weiteres in die Garage.

Die SP-Fraktion wollte am Mittwoch vom Gemeinderat wissen, ob das Angebot genügend bekannt gewesen sei. Den Behörden könne kein Vorwurf gemacht werden, sagte Julier. Die Gemeindeangestellten hätten Bedürftige auf den Bus aufmerksam gemacht. Alle Sozialhilfe-Bezüger hätten eine Bezugskarte erhalten. Diese berechtigt zum Einkauf in Caritas-Läden.

Julier erklärte sich die schwache Nachfrage mit der Billig-Konkurrenz im Ausland, aber auch mit dem Geschäft, das die Caritas an der Basler Ochsengasse betreibt. «Die Nachfrage ist bei uns sicher vorhanden. Aber offenbar war bei vielen Leuten das Schamgefühl dann doch zu gross, an ihrem Wohnort bei Caritas einzukaufen und dabei gesehen zu werden.» In Basel sei es anonymer.

Basler Caritas-Laden läuft gut

Die Caritas beider Basel stützt diese Einschätzung. «Dass der Bedarf nach vergünstigten Einkaufsmöglichkeiten weiterhin gegeben ist», schreibt sie in der gestrigen Medienmitteilung, «zeigt der Umsatz des Marktes an der Ochsengasse, der 2014 wieder zugelegt hat.»