Fünf Jahre lang wurde geplant und entwickelt. Nicht geplant, sondern Zufall war, dass just zum Auftakt des Dorffests in Lausen gestern der Grundstein gelegt wurde zur Wohnüberbauung Weidmatt an der Grenze zu Liestal. In einer ersten Etappe entstehen bis Mitte 2020 auf dem früheren Cheddite-Areal sechs Gebäude mit 120 neuen Wohnungen. Mit Vaudoise Versicherungen, Retraites Populaires, Caisse de pensions de l’État de Vaud und Caisse intercommunale de pensions sind gleich vier Waadtländer Bauherren am Projekt beteiligt.

In einem zweiten Schritt werden gleich nebenan auf Liestaler Gemeindegebiet weitere vier Häuser mit 100 Wohnungen gebaut, die bis 2021/22 fertiggestellt sein dürften. Die längliche Fläche entlang der Ergolz misst insgesamt 28 000 Quadratmeter.

Autonome Energieversorgung

«Heute legen wir nicht nur den Grundstein für den Bau, sondern auch für ein ganzes Quartier», rief Benoît Demierre, stellvertretender CEO der Losinger Marazzi AG, der Gästeschar zu. Das Totalunternehmen hat das Projekt entwickelt, als Architekten firmieren Diener & Diener aus Basel. Die Überbauung, bei der stark auf Holz gesetzt wird, erhält eine autonome Energieversorgung. Carsharing, E-Bikes, Café, Gemeinschaftsgärten sind vorgesehen. Entstehen soll ein Lebensraum, wo sich Leute wohlfühlen und alles Wichtige in der Nähe vorfinden.

Lausens Gemeinderat Peter Gisin erwähnte, dass Kanton, zwei Gemeinden und Anwohner von diesem Neubauprojekt hätten überzeugt werden müssen. Er freut sich schon jetzt auf den «Haufen von neuen Einwohnern und Steuerzahlern». Und Gisin ist froh, dass der Bau für die Wohnsiedlung in der Natur nun in Angriff genommen wird. Die Industriebrache sei zuletzt kein schöner Anblick gewesen. Peter Gisin erinnerte an frühere Zeiten, als die Cheddite auf diesem Gelände noch Sprengstoff und Plastik produziert und wie später der Niedergang des Industriestandorts Lausen eingesetzt hatte.

Regierungsrat Thomas Weber sprach von einem «Pionierprojekt» und wies auf die Einmaligkeit hin, dass gleich vier Waadtländer Investoren zwischen Liestal und Lausen ein solch innovatives Vorhaben realisierten. Innovation sei ein Hauptpfeiler des Kantons. Dem Bauunternehmen und den Bauherrschaften ins Gewissen redete Daniel Muri, Stadtrat von Liestal. Es soll die Qualität gewährleistet werden, die sie versprächen. Der Grundstein sei ein Symbol für Wahrhaftigkeit, Beständigkeit und Vertraulichkeit.