Seit Samstag hat das Leimental einen Bikepark. Bislang mussten die Velo-Akrobaten nach Allschwil oder Basel ausweichen. Einige gingen ihrem Hobby auch auf nicht ganz legalen Wegen nach. «Wir möchten die Leute hier in Therwil bündeln», sagt die Therwiler Gemeinderätin Daniela Clementi (FDP), «nicht aber im Wald, was auch schon geschehen ist.»

70'000 Franken kostete, was inzwischen in einen Kinder-Loop und einen Profi-Loop gemündet hat. 20'000 Franken steuerte der Verein Bikepark Leimental durch Eigenleistung bei, rund 5000 Franken kam aus der Kasse von Swisslos.

Der Bikepark in Therwil ist mehr als ein lokales Projekt. Die Ettinger Gemeinderätin Christine Gorrengourt (CVP) erklärt: «Der Bikepark ist ein Beispiel dafür, dass nicht jede Gemeinde alles haben muss, gerade in einer Zeit, in der alle auf die Finanzen schauen müssen.» Deshalb waren aus Therwil noch Gemeinderätin Ursula Jäggy (SP), aus Oberwil Gemeinderätin Rita Schaffter (CVP) vertreten sowie die Gemeinderäte Irene Fiechter und Daniel Kaderli (EVP) aus Biel-Benken.

Nicht nur für die Jugend

«Es ist wichtig, die Kinder draussen in der Natur und in Bewegung zu halten», sagt Clementi. Auch deshalb sei es wichtig gewesen, dass einige Kinder bereits am Aufbau der Anlage mitwirken durften. «Wir wollen die Kinder involvieren, damit sie einen Bezug zur Anlage bekommen und nicht einfach der Konsum im Vordergrund steht», führt Daniela Clementi aus, «so entsteht ein wichtiges Zugehörigkeitsgefühl.»

Der Therwiler jugendbeauftragte Jürg Widmer möchte den sogenannten Pumptrack dennoch nicht als ausschliesslich auf die Jugend zielendes Angebot verstehen. «Es ist kein Jugendprojekt, sondern eines für die ganze Bevölkerung», betont er, «in diesem Quartier wohnen viele Leute und die brauchen dieses Angebot.»

Wer fährt, muss auch flicken

Adrian Zaugg ist Präsident des rund 30 Mitglieder zählenden Vereins «Bikepark Leimental» sowie Vater der Idee dahinter. Letztere habe sich über mehrere Jahre hinweg entwickelt. «Ich bin mit dem Velo aufgewachsen, habe mir schon als kleiner Junge einen Pumptrack vor der Haustüre in Bättwil gewünscht», gesteht er. Einen «übermässigen» Andrang erwarte er nicht. Eher werden sich die Biker über die Tage und Wochen verteilen, schätzt Zaugg.

Zweimal jährlich sollen die Wellen und Kurven auf dem natürlich belassenen Untergrund generalüberholt werden. «Zu unserer Philosophie gehört, dass wer die Bahn nutzen kommt, gleichzeitig vorhandene Mängel daran ausbessert.» Der Pumptrack sei auch für Downhiller geeignet, denn man könne darauf bestens an der Technik feilen.

Anlage lässt sich noch ausbauen

Der Bikepark in Therwil rundet das Freizeitangebot seiner Umgebung ab. Gleich nebenan liegen Schrebergärten, Robispielplatz, ein Beachvolleyball-Feld sowie eine Fussballgelegenheit. «Es ist nicht selbstverständlich, dass die Gemeinde ein solches Stück Land für diesen Zweck zur Verfügung stellt», lässt Jürg Widmer bedenken, «in diesem Projekt steckte ein grosses Potenzial, das ich noch weiter ausreizen will.»

Die Anlage kann sogar noch ein wenig ausgebaut werden. «Wichtig ist, dass die vier Gemeinden zusammen etwas auf die Beine gestellt haben», betont Gemeinderätin Daniela Clementi, «es vernetzt diese Gemeinden und gleichzeitig die Menschen, die sich hier begegnen.»