Konzentrierte Stille senkt sich über den Raum. Die ersten Weingläser werden bedächtig geschwenkt, andere erst zur Nase geführt. Die Juroren nippen vorsichtig, lassen den Wein im Mund wirken.

Einige runzeln konzentriert die Stirn, andere nicken zustimmend. Dann ein Schlückchen Wasser, bevor zum nächsten Glas gegriffen wird. Der Weingeruch breitet sich langsam im warmen Konferenzraum von Schloss Ebenrain aus, während die elfköpfige Jury ihre Punktzahlen für die nominierten Staatsweine 2017 notiert. Winzer und Gäste warten gespannt auf das Resultat.

Strahlende Sieger

Die Rangverkündigung im eleganten Hauptsaal übernimmt freudestrahlend der Baselbieter Regierungsrat und Staatsweinjuror Thomas Weber. Es wird ein freudiger Tag für Thomas Engel, Kellermeister der Siebe Dupf Kellerei Liestal. Zwei seiner fünf nominierten Weine überzeugten am Dienstag bei der Staatsweinkür 2017 die Jury.

Der Riesling-Sylvaner sowie der Pinot Noir aus seinem Keller sind Staatsweine 2017. «Es ist wirklich das Nonplusultra für mich», freut sich Engel. In der Kategorie Weisse Spezialitäten konnte Andreas Leuenberger aus Buus mit seinem Kerner «dä vo dr Leime» punkten. Cécile Bühlmann und Michael Huber vom Quergut Arlesheim gewannen in der Kategorie Rote Spezialitäten mit ihrem Assemblage Pinot Noir + Syrah.

57 Weine waren zur Staatsweinkür eingereicht worden. Am 29. Mai hat eine Fachjury in einer Vorauswahl zwölf Finalisten nominiert, drei in jeder Kategorie, die gestern der Jury prominenter Weinliebhaber zur Kür vorgesetzt wurden. Die vier Siegerweine werden künftig an offiziellen Anlässen des Kantons ausgeschenkt; für die Winzer eine prestigeträchtige Gelegenheit, ihr Produkt zu bekannter zu machen.

Enge Auswahl

«Es war eine extrem schwierige Auswahl», sagt CVP-Landrat Pascal Ryf als Mitglied der Staatswein-Jury. «Vor allem die erste Kategorie, Riesling-Sylvaner, fand ich schwierig, weil die drei Nominierten von der Qualität her sehr nahe beieinander lagen.» Anderer Meinung ist Jurorin und FDP-Landrätin Marianne Hollinger: «Mir sind die Riesling-Sylvaner am leichtesten gefallen.

Vielleicht, weil bei der ersten Kategorie der Gaumen noch ganz neutral war.» Wie die Einschätzungen liegen auch die Geschmäcker der Jury teilweise auseinander. Dennoch wird die Auswahl in allen Kategorien sehr knapp. «Es ist wirklich keine leichte Aufgabe, denn alle zwölf Nominierten sind Spitzenweine. Da spielen persönliche Vorlieben dann eher eine Rolle», erklärt auch Paul Leisi, Präsident des Weinproduzentenverbands Region Basel/Solothurn.

Die Staatsweinkür des Kantons Baselland ist vom Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain (LZE) und dem Weinproduzentenverband Region Basel/Solothurn organisiert. Damit fördert der Kanton die Bekanntheit regionaler Weine und würdigt gleichzeitig die Baselbieter Weinproduzenten für ihre Arbeit. Auch wird ein positiver Qualitätswettbewerb unter den Winzern angeregt.

«Mir gibt diese Auszeichnung grosse Motivation, für das was kommt, auch wenn es vielleicht ein etwas schwieriges Jahr wird», sagt Thomas Engel und spricht damit aus, was die Stimmung unter den Winzern gut beschreibt. Paul Leisi bestätigt: «Es ist beeindruckend, wie positiv die Reaktionen der Weinproduzenten auf die Staatsweinkür war.

Und das obwohl die Anmeldung im April, also genau in der Zeit des verheerenden Spätfrosts kam.» Man ist sich unter Winzern und Juroren einig: Die Qualität der Baselbieter Weine kann sich sehen lassen und der Zukunft wird mit viel Zuversicht und Motivation entgegengeblickt.