Das Grossprojekt für den Vierspurausbau im Bahnhof Liestal ist einen Schritt weiter. Am Montag hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Baubewilligung dazu erteilt. Diese Plangenehmigung beinhaltet den Ausbau auf vier Gleise, den Bau eines Wendegleises und neuer Perronanlagen sowie eine neue Infrastruktur für die Waldenburgerbahn.

Das Vorhaben verschlingt gut 350 Millionen Franken. Es wird im Rahmen der künftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur und des Ausbauschritts 2025 realisiert.

43 Einsprachen behandelt

Das Plangenehmigungsverfahren rief einige Anwohnerinnen und Anwohner auf den Plan. Aufgrund der Projektunterlagen und Pläne, die im Herbst 2017 in der Liestaler Stadtverwaltung öffentlich aufgelegen hatten, wurden insgesamt 43 Einsprachen ans BAV gerichtet. «Auf ein paar Einsprachen sind wir eingegangen und haben sie umgesetzt. Für einen Teil machten wir Auflagen ans Projekt, und einige Einsprachen lehnten wir ab», sagt BAV-Sprecher Michael Müller auf Anfrage der bz. Gegen die nun vorliegende Baubewilligung sind wiederum rechtliche Schritte möglich. Leute, die beschwerdeberechtigt sind, können sich weiter gegen das Vorhaben wehren.

Ziel der Projektleitung ist, im Juni mit dem Bau zu starten. Könnten Beschwerden den Baubeginn verzögern? Es komme immer darauf an, worauf sie sich bezögen. «Ob einem Rekurs die aufschiebende Wirkung entzogen werden kann, muss im Einzelfall entschieden werden», erklärt Müller.

Das Grossprojekt soll ab Ende 2025 für mehr Pünktlichkeit, Komfort und bessere Angebote sorgen. Dank des Ausbaus auf vier Spuren gibt es künftig mehr Optionen, um die Zugkompositionen aneinander vorbei zu lenken. Das zusätzliche Hauptgleis sorgt für weniger Kreuzungskonflikte. Das Wendegleis schafft im Bahnhof Liestal für einen stabilen S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Liestal und Basel, weil dann die S-Bahn-Züge auf diesem Gleis keine durchfahrenden Züge blockieren. (stz)