Ende August letzten Jahres brach er auf, den schwarzen Kontinent auf zwei Rädern zu umrunden: Maurizio Ceraldi. Die bz berichtete vom Start des Liestalers. Zwei Jahre gibt er sich. Marokko hat er seither durchquert, den Mittleren Atlas, 2000 flache Kilometer durch die Einöde der Westsahara. Von den Zedernwäldern von Azrou schwärmt er, von der Gastfreundschaft im Senegal, in Guinea-Bissau, in BurkinaFaso, in Benin.

Überhaupt seien die Leute in Afrika unbeschreiblich freundlich, sagt Ceraldi. Überall werde er herzlich und unkompliziert empfangen, überall belagert und ausgequetscht, regelmässig bilde sich ein Empfangskomitee zu seinen Ehren. Übernachtet wird grundsätzlich im Zelt, oft konnte er sich auch bei amerikanischen Friedens-Corps einquartieren – oder er fragt in den Dörfern nach dem «chef du village», dem Dorfoberhaupt, das sich nicht selten mit drei Frauen und einem Dutzend Kindern umgebe, schmunzelt der Abenteurer.

Den Gefahren ausweichen

Anfangs habe er schon gemischte Gefühle gehabt, so als Alleinreisender in Afrika, wo mindestens ein halbes Dutzend Bürgerkriege wüten und das Leben anders tickt als hierzulande. «Mittlerweile fühle ich mich aber sehr wohl», sagt er. Potenziellen Gefahren weicht er aus, soweit es geht. «Ich in immer auf der Hut», beruhigt Ceraldi. Die geplante Route durch den Norden von Mali hat er etwa aufgrund von gemeldeten Entführungen angepasst.

So fuhr er durch Guinea Bissau und über die Hügel des Fouta Djalon in Guinea. «Die enorme Feuchtigkeit macht mir ziemlich zu schaffen», sagt Geraldi, «die Kleidung ist stets feucht und klebrig, man schwitzt wie verrückt. Ich hoffe, mein Körper wird sich noch daran gewöhnen.»

Zum Ehrenbürger ernannt

Gerade hat er in Benin sein erstes Zwischenziel erreicht. Gemeinsam mit Helvetas sammelt er Spenden. So überreichte er dem Bürgermeister des nordbeninischen Dorfes Matéri den ersten Check – über 7422 Franken und höher als erhofft. «Mir wurde ein überwältigender Empfang zuteil. Die Schulkinder sangen im Chor – das war ein ziemlich bewegender Moment», strahlt Geraldi und berichtet von einem wahren Volksauflauf.

«Das ganze Dorf tanzte zu Trommelmusik, staatliche und private Fernsehsender berichteten von der Übergabe, das Radio war dabei – und ich wurde zum Ehrenbürger von Matéri ernannt», sagt er grinsend. Später sei er unterwegs oft angesprochen worden von Leuten, die ihn vom Fernseher her wiedererkannten. Mit dem Geld wird übrigens der Dorfbrunnen von Matéri renoviert. Weitere Spendenübergaben sollen folgen, in Äthiopien etwa oder in Moçambique. Und Maurizio Ceraldis Lust, weiterzuradeln, ist denn auch ungebrochen – auch wenn gerade die Regenzeit eingesetzt hat und er gegen den Harmattan, diesen staubigen und sandigen Saharawind, zu kämpfen hatte.

Bilder, Videos und Blog zur Reise sowie Spendenmöglichkeit auf www.ceraldi.ch