Kapuzenpulli, Jeans und einen Pfefferminz-Tee. Der 24-jährige Prattler Beg Ferati ist nicht der Typ, der gleich ins Auge sticht. Und wenn ihn doch ein FCB-Fan erkennt, stört es ihn nicht; er findet meistens Zeit für ein Autogramm oder ein Foto. Er will sich nicht abschotten.

Noch immer lebt er in der Nähe des Prattler Bahnhofs, wo er auch aufgewachsen ist. Ferati ist sogar im Telefonbuch zu finden. Auch wenn ihn einmal Dutzende Kinder belagern, wie am Prattler Längifest im August, bleibt er ruhig und geduldig. Für diese Kinder ist er ein Star, für sich «das geblieben, was ich schon immer war». Schulterzucken.

«Ich treffe mich mit Leuten, die ich mag»

«Es kommt schon mal vor, dass ich ganz allein durch die Ikea in Pratteln schlendere, einfach, um mich ein wenig umzusehen.» Gute Kumpels sind ihm wichtiger als nickende Bewunderer: «Ich treffe mich mit Leuten, die ich mag. Das müssen nicht unbedingt Fussballer sein.» Beg Ferati bezeichnet sich selbst als bodenständig. Überhaupt habe seine ganze Familie eine «sehr gute» Bodenhaftung: «Bei uns wird nicht geprahlt.»

Die Feratis haben sich erarbeitet, was sie haben. In Pristina geboren, folgte Beg Ferati als Zweijähriger seinem Vater nach Pratteln. Sein älterer Bruder kam mit. Die drei älteren Schwester sowie die Mutter blieben im Kosovo zurück, weil die Mädchen bereits zur Schule gingen.

Alles drehte sich ums runde Leder

In seiner Kindheit eiferte Ferati seinem Bruder nach: «Was er tat, wollte ich auch tun, deshalb ging ich sogar eine gewisse Zeit zum Judo.» Schon früh aber trat Ferati gegen den Ball. Auf den Schulhöfen der Prattler Schulen Münchacker und Fröschmatt drehte sich alles ums runde Leder.

Feratis Vater wollte immer, dass sein Sohn Beg eine gute Ausbildung in der Tasche hat, ehe er auf die Karte Fussball setzt. «Das hat mir aber nichts ausgemacht», blickt er zurück, «ich war ein guter und ehrgeiziger Schüler, der immer vorne mit dabei sein wollte.» Das hat sich kaum geändert. Die Handelsmittelschule in Reinach hat er abgeschlossen.

Beg Ferati hat Biss, auch wenn ihm dies nicht auf die Stirn geschrieben steht. Seine Höflichkeit und das schelmische Lächeln lenken davon ab. Seine Beharrlichkeit scheint sich wieder einmal auszuzahlen. Trainer Thorsten Fink setzt inzwischen regelmässig auf den Prattler Innenverteidiger. Fast drei Jahre musste Ferati auf diese Chance warten: «Man muss an sich glauben, dann wird man irgendwann dafür belohnt.»