Marco Chiudinelli ist nun offiziell nicht mehr Tennisspieler, sondern Businessman. Unter dem Namen Chiudinelli Management & Consulting hat er eine Firma gegründet, die seinen Weg ins Leben nach dem Spitzensport ebnen soll. Chiudinelli lässt sich dabei vieles offen, wie der Eintrag ins Handelsregister zeigt.

So wird die Firma unter anderem Unternehmensberatungen im Bereich Sport anbieten sowie Sportveranstaltungen planen und durchführen. Chiudinelli, der im vergangenen Herbst nach den Swiss Indoors zurückgetreten war, ist der Überzeugung, dass er von der Tenniskarriere ein grosses Know-how mitbringe. Der 36-Jährige organisierte seine Reisen selbst, buchte die Flüge und Hotels, verhandelte mit Turnierdirektoren, lernte den professionellen Umgang mit der Presse.

Wohin er dereinst mit seiner Firma steuern wird, weiss Chiudinelli selbst noch nicht. «Ich bin breit gefächert und sehr offen.» Ein erstes Projekt wird er im Frühling 2019 lancieren: Gemeinsam mit einem grossen Reiseveranstalter will Chiudinelli ein einwöchiges Tenniscamp in La Manga auf die Beine stellen. Dabei soll anders als bei herkömmlichen Tennislagern vor allem die Individualität der Trainings herausstechen.

«Die Teilnehmerzahl des Camps ist auf 16 Spieler begrenzt. Diese werden von mir und drei etablierten ATP-Coaches in Privatstunden und 2er-Gruppen trainiert. Damit können wir auf jeden einzelnen Spieler eingehen und das für ihn bestmögliche Training anbieten», sagt er.

Zudem werde der Physiotherapeut des Schweizer Davis-Cup-Teams dafür sorgen, dass die drei Stunden Training am Tag keine körperlichen Beschwerden nach sich ziehen. Mit solchen ist zu rechnen, schliesslich richtet sich das Camp vor allem an Amateurspieler und nicht, wie die meisten anderen Tennislager, nur an künftige Profis. Für die Interclubspieler aller Ligen liege das Datum ideal, um sich perfekt auf die neue Saison vorzubereiten, wirbt Chiudinelli. Natürlich seien aber auch Nicht-Clubspieler willkommen.

Projekte ausserhalb des Courts

Abgesehen von den Tenniscamps würde sich Chiudinelli aber vorerst gerne auf Projekte ausserhalb des Tennisplatzes einlassen. So hält er seit seinem Rücktritt bereits einige Mandate inne. Im medialen Fokus stand er beim Tennishallenbau-Projekt seines Stammvereins TC Old Boys. Weniger bekannt ist seine Zusammenarbeit im 3-D-Softwarebereich mit der Firma Cadwork. Nebst all diesen neuen beruflichen Herausforderungen steht 2018 aber auch die Weiterbildung im Vordergrund: «Ab April starte ich eine Sportmanagement-Ausbildung, zudem besuche ich seit März die Trainerkurse von Swiss Tennis.»