Soll die Ruine Dorneck beleuchtet werden oder nicht? Das zweite Dornacher Wahrzeichen neben dem Goetheanum versinkt nachts in der Dunkelheit. Wer Dornach mit dem Auto passiert oder zu den Positionslichtern des Gempenturms schaut, sieht die Schlossruine schlicht nicht. Dafür vielleicht den benachbarten, gut beleuchteten Schlosshof. Theoretisch gibt es eine Beleuchtungsanlage, mehrere im Boden eingelassene, ausklappbare Scheinwerfer. «Die sind aber marode, und das Ganze ist auch ein Sicherheitsproblem», führte Bauverwalter Marc Etterlin kürzlich vor dem Gemeinderat aus. In der Bevölkerung ist die fehlende Beleuchtung der Ruine offenbar schon länger ein Thema.

Die mittlerweile unzweckmässige Beleuchtung gab der Bauverwaltung Anlass, die Anschaffung einer neuen Anlage zu erwägen. Aufgrund einer ersten Offerte rechnet Etterlin mit Kosten von maximal 40 000 Franken, samt Installation. Das Geschäft war im Gemeinderat höchst umstritten. Bei den Kosten war man sich einig, müsse doch der Kanton, dem die Ruine gehört, ohnehin in die Tasche greifen. Aber: Muss die Ruine überhaupt beleuchtet werden? «Man kann sie ja auch tagsüber anschauen», bemerkte Thomas Gschwind (Freie Wähler Dornach) lapidar.

Die FWD machten geschlossen Opposition gegen die Illumination des Wahrzeichens. Daniel Urech bezweifelte, dass neue Lampen einen touristischen Mehrwert generieren würden. Und wie auch sein Kollege Gschwind verwies er auf die Debatte über die Lichtverschmutzung im Dorf, die unlängst durch eine Petition entfacht wurde und den Gemeinderat ebenfalls beschäftigte.

Der Widerstand war zwecklos. Ausser den Freien Wählern waren alle anderen Gemeinderäte für eine dem Wahrzeichen angemessene, zeitgemässe Beleuchtung. Immerhin: Angeschaltet werden soll sie nur an Feiertagen und zu speziellen Anlässen. Und die Kosten trägt hoffentlich grösstenteils der Kanton. Wann die neue Beleuchtung installiert wird, ist noch unklar.

Schluss mit Huber-Leuchten

Mit einer Petition wehrten sich Anwohner der Dorneckstrasse gegen den Ersatz ihrer Strassenbeleuchtung mit neuen LED-Leuchtmitteln. Das entsprechende Projekt wurde bereits an der Gemeindeversammlung vom letzten Dezember im Rahmen der Vorlage zur Sanierung dieser Strasse genehmigt. Die Petitionäre argumentierten, dass die bestehenden Huber-Leuchten noch gut genug seien und der Energiespareffekt bei einem Technologiewechsel nur minimal sei. Vor allem aber scheinen sie sich vor einer grellen Beleuchtung und mehr Lichtverschmutzung zu fürchten.

Per Zwischenruf aus der Publikumsreihe monierten die Petitionäre an der Sitzung auch, dass die Aussage des Bauverwalters, dass für die Huber-Leuchten keine neuen Ersatzteile mehr beschafft werden können, falsch sei. «Es ist halt ein grosses Thema im Dorf, wie hell diese Leuchten sind», erklärte Bauverwalter Etterlin dem Gemeinderat.

Das Anliegen der Petition war im Gemeinderat allerdings chancenlos. Gemeindepräsident Christian Schlatter (FWD) wies darauf hin, dass es einen politischen Grundsatzentscheid gibt, dass die Strassenbeleuchtung in Dornach flächendeckend auf LED aufgerüstet wird, wann immer alte Leuchtmittel ersetzt werden müssen.