Aargauer und Solothurner Autofahrer haben es einfacher als ihre Pendants in beiden Basel. Hier ist es ein bisschen komplizierter: Baselstadt hat seine eigene Motorfahrzeugkontrolle (MFK). Auch Baselland hat seine MFK in Füllinsdorf. Und in Münchenstein betreiben beide Basel die Motorfahrzeugprüfstation (MFP).

Im Aargau und Solothurn sind Prüfungs- und Zulassungsstelle hingegen unter einem Dach. Dort müssen Autolenker also nicht für die Fahrzeugprüfung und einen neuen Ausweis an zwei verschiedene Standorte fahren.

Hoffnung für Privatlenker

Auch für die Baselbieter Regierung und die Justiz- und Sicherheitskommission des Landrats ist der Ist-Zustand suboptimal. Ab 1. Juli geht darum ein MFK-Schalter in Münchenstein versuchsweise in Betrieb.

Künftig werden die Autos dort nicht nur bis und mit Auspuff geprüft, sondern Garagisten können am neuen Schalter technische Anforderungen sofort in den Fahrzeugbrief eintragen. Private müssen sich hingegen gedulden, denn vorerst gilt der Testbetrieb ausschliesslich fürs Autogewerbe.

Ob und wann auch die «normalen» Autofahrer alles an einem Ort abwickeln dürfen, kann Pascal Donati, Leiter der Motorfahrzeugkontrolle, nicht sagen. Erst müsse der Testbetrieb ausgewertet werden. Aber bekannt ist, dass der Regierungsrat eine Lösung wie im Aargau und in Solothurn für sinnvoll hält.

Dass vorerst nur Garagisten vom neuen Angebot Gebrauch machen dürfen, begründet Donati mit Zahlen: «Wir haben 10'000 Kundenkontakte pro Monat. 40 bis 50 Prozent der Kunden sind Garagisten.» Viele Leute, die ihr Fahrzeug vorführen müssen, lassen dies durch den Garagisten erledigen. «Mit dem Schalter in Münchenstein erfüllen wir ein Anliegen der Garagisten, die gerne alles an einem Ort abwickeln wollen», sagt Donati. Damit sparen die Gewerbler Zeit. Private müssen aber weiterhin zwischen Münchenstein und Füllinsdorf hin und her fahren.

Donati befürchtet, dass ein Ansturm von Garagisten und Privatlenkern aus dem Unterbaselbiet wohl den Rahmen sprengen würden. Klar ist, dass das neue Angebot in Münchenstein mit den bestehenden räumlichen und personellen Kapazitäten gestemmt wird. «Darum haben wir das neue Angebot auf Garagisten eingeschränkt», betont Donati.

Zwischenbilanz Anfang 2014

Der Testbetrieb läuft für ein Jahr. Anfangs 2014 will Donati eine Zwischenbilanz ziehen. Für den neuen MFK-Schalter rechnet der Kanton mit Kosten von etwa 3000 Franken pro Monat. Es werden keine neuen Stellen geschaffen. «Das Personal, das bisher die Autos für die Fahrzeugprüfung aufbot, wurde weitergebildet, sodass es auch administrative Arbeiten im Bereich der Fahrzeugzulassung übernehmen kann», erklärt Donati.

Dieser erhofft sich vom neuen Schalter Synergien. So müssten beispielsweise viele Unterlagen nicht mehr zwischen Münchenstein und Füllinsdorf hin und her geschickt werden. Am 31. Mai wird ein Teil der MFK an den MFP-Standort Münchenstein gezügelt. Am 3. Juni wird der neue Schalter eingerichtet, damit am 1. Juli der Start reibungslos verläuft.