Anscheinend haben sich die meisten Betroffenen erst kurzfristig entschieden, doch noch Einsprache gegen das Baugesuch für das Bundesasylzentrum Feldreben in Muttenz einzureichen. Waren bis zum Ende der Einreichungsfrist am Montag erst drei Einsprachen beim Baselbieter Bauinspektorat eingegangen, so trudelten am Dienstag weitere sieben ein, wie Bauinspektor Andreas Weis auf Anfrage sagt. Da der Poststempel zählt, dürfte der Endstand erst am Donnerstag feststehen.

Mittlerweile ist auch die von der Muttenzer Rennbahnklinik angekündigte Sammeleinsprache von sechs umliegenden Unternehmen eingetroffen. Neben der Rennbahnklinik beteiligen sich der Logistiker M+R Spedag Group AG, die L-Park Immobilien AG als Eigentümerin des Spedag-Gebäudes, die für den Businesspark Polyfeld zuständige HRS Investment AG, das Restaurant Alessia sowie die Personalvorsorgestiftung für Ärzte und Tierärzte als Besitzerin des Rennbahnklinik-Gebäudes. Wie bei den bisher bekannten Einsprachen dreht sich auch hier alles um die Sicherheit im öffentlichen Raum. «Die Anforderungen der Klinik an ein umfassendes Sicherheitskonzept im gesamten Aussenareal rund um das Gebäude der Rennbahnklinik werden von Bund, Kanton und Gemeinde bisher nicht erfüllt», sagt Klinikdirektor Philip Klopfenstein gegenüber der bz.

Sicherheitsdispositiv liegt vor

Er betont zwar, dass die Klinik nicht grundsätzlich gegen das Bauprojekt des Asylzentrums sei und sicher nicht politisch motiviert handle. Auch sei man gesprächsbereit. Doch: «Wir erwarten verbindliche Zusagen an die Sicherheit.» Eine mögliche Lösung wäre etwa, dass es abends auch ausserhalb des Asylzentrums einen permanenten Wachdienst geben müsse. Eine Nachfrage der bz beim Baselbieter Asylkoordinator Rolf Rossi zeigt: Kanton und Bund sind schon früher auf die Unternehmen zugegangen. «Wir haben der Rennbahnklinik bereits signalisiert, dass nach Absprache durchaus auch im näheren Umfeld des Feldreben-Areals private Sicherheitsdienste eingesetzt werden können.» Im Asylzentrum selber wird dies die Securitas sein.

Sollte jedoch die Rennbahnklinik einen permanenten Wachdienst von der Polizei erwarten, so wird sie enttäuscht werden. Die Baselbieter Polizei teilt auf Anfrage mit: «Das Sicherheitsdispositiv ist erstellt, liegt vor und sieht keinen ‹permanenten Wachdienst› vor.» Aus polizeitaktischen Gründen könne man keine weiteren Details bekannt geben.

Rossi ist zuversichtlich, dass man sich mit den Unternehmen einigen wird. Sollten sie ihre Einsprachen allerdings durchziehen, so sagt auch Bauinspektor Weis: «Grundsätzlich ist die öffentliche Sicherheit gar nicht Bestandteil eines Baugesuchs.» Damit will er aber explizit kein Urteil vorwegnehmen.