Dies berichtete gestern die «Volksstimme». Der 56-Jährige zieht damit die Konsequenzen aus langwierigen Querelen mit der Gemeinde. Die Vorwürfe von Staub sind gravierend. «Der Gemeinderat und die Verwaltung legen mir andauernd Steine in den Weg.»

Das meint Staub nicht nur metaphorisch. Im Juni haben vom Gemeinderat platzierte Felsbrocken die Zufahrt zu seinem Gut erschwert. Staub habe darauf die Polizei gerufen. Um ein Haar wäre die Situation beim Einweihungsfest des Schwimmbades eskaliert. «Der Augenabstand zwischen mir und Herrn Staub betrug damals 30 Zentimeter», sagt Gemeindepräsident Marc Brodbeck. Auch er ist der ständigen Querelen überdrüssig. Das Renkontre vor dem Schwimmbad war nur eine Episode in einer langen Geschichte von Auseinandersetzungen.

Schon lange herrscht Zwist

Uneinig waren sich Staub und die Gemeinde auch schon in Bezug auf eine Nutzung der Waldgrotte als Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer, die Farbgebung und aktuell besonders auf die Rolle der Wirtschaft in der laufenden Zonenrevision. Staub fühlt sich von der Gemeinde zu wenig unterstützt. In seiner ganzen Zeit als Gastwirt habe er kaum Mitglieder des Gemeinderats bewirten können. Er könnte Unterstützung gebrauchen: Jährlich steckt er eine Million in das defizitäre Wirtshaus. Dabei sei er einer der grössten Betriebe: «Ich biete in meinem Betrieb schliesslich tausend Stellenprozent.»

Einen Runden Tisch für eine Aussprache zwischen den Streitparteien habe die Gemeinde kurzfristig wieder abgesagt. Brodbeck mag solche Vorwürfe nicht mehr hören und bezichtigt Staub der Lügen. Es habe immer wieder Aussprachen gegeben, nach denen sich der Wirt aber immer an die nächsthöhere Stelle gewandt habe, falls er nicht Recht zugesprochen bekommen habe. «Damit hält er die normalen Dienstwege nicht ein.»

Das Fass zum Überlaufen gebracht habe nun die Posse vor wenigen Tagen. Staub beobachtete, wie der Gemeindeverwalter Gäste auf dem Weg zur Waldgrotte in das Schwimmbad lockte, «und das, obwohl das Schwimmbad keine Alkohol-Lizenz hat», donnert er. «Solches Verhalten goutiere ich bald nicht mehr», entgegnet Brodbeck, angesprochen auf diese Aussagen. Das sei schlicht nicht wahr. Vielleicht ist aber bald ein Ende der Streitereien in Sicht. Nur noch das Veto seiner Töchter könnte Staub daran hindern, die Waldgrotte zu verkaufen.

Da das Gebäude gegen Osten und damit nach Mekka zeige, sei eine muslimische Glaubensgemeinschaft interessiert an der Liegenschaft. Schon jetzt existiert ein Vorvertrag. Der Verkaufspreis läge bei 6,6 Millionen Franken. Staub glaubt, dass seine Töchter kaum den Betrieb zusammen weiterführen möchten.

Vielleicht bleibt diese Möglichkeit aber auch nur ein weiteres Kapitel in einer nicht enden wollenden Geschichte um den Zankapfel Waldgrotte.